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Full text of "Der Zionismus im Komplott mit dem Nationalsozialismus"

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Polkehn, Klaus: 

Der Zionismus im Komplott mit dem Nationalsozialismus 

Klartexte 9, Freiburg 1987 

Die erstmalige Veröffentlichung der deutschen Originalversion erfolgt mit freundlicher 
Unterstützung des Autors, der einige zusätzliche Anmerkungen gemäß neuerem 
Kenntnisstand geschrieben hat, insbesondere die umfangreiche Anmerkung 98. 

Am 30. Januar 1 933 wurde Adolf Hitler zum Regierungschef des Deutschen Reiches 
ernannt. Mit diesem Tag begann der im Programm der Nationalsozialistischen Deutschen 
Arbeiterpartei postulierte Antisemitismus offizielle deutsche Regierungspolitik zu werden. 
Im FrühjahM 933 nahm aber auch die erstaunliche Zusammenarbeit zwischen dem 
Zionismus und dem deutschen Faschismus ihren Anfang. Es ist der zionistischen Führung 
lange Zeit gelungen, diese Kooperation weitgehend geheimzuhalten. Erst seit Anfang der 
60er Jahre fanden sich hier und dort kritische Bemerkungen zu diesen Vorgängen in der 
Zeit zwischen 1 933 und 1 945. Und wann immer auf solche Beispiele einer Kooperation 
hingewiesen wurde, erklärten die Zionisten, etwaige Kontakte zu Nazi-Deutschland seien 
einzig und allein zu dem Zweck erfolgt, das Leben jüdischer Menschen zu retten. 

In der Anfang 1969 anläßlich des 16. Kongresses der Kommunistischen Partei Israels 
vorgelegten Studie "The Jewish Question and Zionism in our Days" wurde dem gegenüber 
festgestellt: "Nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland, als alle antifaschistischen 
Kräfte in der Welt und die große Mehrheit der Jüdischen Organisationen einen Boykott Nazi- 
Deutschlands ausriefen, gab es zwischen zionistischen Führungskräften und der 
Hitlerregierung Kontakte und Kollaboration." [1] 

Die Studie zitierte den zionistischen Funktionär Eliezer Livne (Livne, damals Liebenstein, war 
während des Zweiten Weltkrieges Redakteur der Haganah-Zeitung ESCHNAB), der 1966 auf 
einem von der israelischen Zeitung MA'ARIV organisierten Symposium erklärt hatte, "daß für 
die zionistische Führung die Rettung von Juden nicht ein Ziel an sich, sondern lediglich ein 
Hilfsmittel war". [2] 

Die Frage nach dem Verhalten der zionistischen Bewegung zum deutschen Faschismus, der in 
den 12 Jahren seiner Herrschaft Millionen Juden ermordete, ist für die zionistischen Führer ein 
Tabu. Die Details jener schrecklichen Kooperation zwischen der zionistischen Führung und den 
Judenmördern im faschistischen Deutschland werden deshalb - so gut es nur geht - 



geheimgehalten. Nur selten gelingt es, authentischen Zeugnissen oder gar Dokumenten zu 
diesen Vorgängen auf die Spur zu kommen. Die nachfolgende Untersuchung faßt die bisherigen 
Erkenntnisse über einige wichtige Aspekte der Zusammenarbeit zwischen Zionisten und 
Nationalsozialisten zusammen. Es liegt in der Natur der Sache, daß diese Untersuchung kein 
vollständiges Bild ergeben kann. Dies wird erst möglich sein, wenn die Archive (vor allem in 
Israel), in denen die Dokumente über diese Vorgänge aufbewahrt werden [3], dereinst 
wissenschaftlicher Forschung zugänglich sein werden. 



Den zionistischen Führern mußte der Machtantritt Hitlers geradezu als ein Geschenk des 
Himmels erscheinen, fühlte sich doch die Mehrheit der deutschen Juden als Deutsche, die 
für die zionistischen Bestrebungen wenig Verständnis aufbrachten. Die deutschen 
Statistiken vor der Machtergreifung durch die Nazis erfaßten die jüdische Minderheit nur in 
der Rubrik der "Religionszugehörigkeit" (und es blieb der nazistischen 
Rassengesetzgebung vorbehalten, den Begriff "Rasse" als Merkmaleinzuführen und damit 
auch die längst assimilierten Nachkommen von Angehörigen der jüdischen 
Religionsgemeinschaft als Juden zu zählen). 1933 lebten diesen Statistiken zufolge in 
Deutschland 503 000 Juden, die 0.76% der Gesamtbevölkerung ausmachten. 31% aller 
deutschen Juden wohnten in der Hauptstadt Berlin, wo sie 4,3% der Bevölkerung 
ausmachten. Die deutschen Statistiken weisen übrigens auch aus, daß der Anteil der Juden 
in Deutschland zwischen 1871 und 1933 von 1 ,05% auf 0,76% zurückgegangen war. [4] 
Diese deutschen Juden waren in ihrer großen Mehrheit Nichtzionisten oder Antizionisten. 
Die zionistische Vereinigung für Deutschland (ZVfD) vermochte sich vor 1933 nur schwer 
Gehör zu verschaffen. Von den im Jahre 1925 in Deutschland gezählten Juden waren 
beispielsweise nur 8739 (also nicht einmal 2%) für die Zionistenkongresse wahlberechtigt 
(d.h. Mitglieder zionistischer Organisationen) [5], und bei den Wahlen zum Landesverband 
jüdischer Gemeinden in Preußen am 1 . Februar 1 925 wurden von 1 24 Mandaten nur 26 
von zionistischen Gruppen errungen. [6] 

Im Bericht des "Palästina-Grundfonds (Keren Hajessod)" für den 24. 
Delegiertentag der ZVfD vom Juli 1932 konnte man lesen: "Bei Würdigung der 
Keren-Hajessod-Arbeit in Deutschland sollte überhaupt ... niemals übersehen 
werden, daß wir es in Deutschland noch immer nicht nur mit der Indifferenz, 
sondern auch mit der Gegnerschaft weiter jüdischer Kreise zu tun haben." [7] 



Während also die Zionisten beim Machtantritt Hitlers im Grunde eine kleine, unbedeutende und 
weithin einflußlose Minderheit waren, dominierten die nichtzionistischen Organisationen, an ihrer 
Spitze der 1893 gegründete "Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" (CV), 
der - wie schon sein Name sagte - die deutschen Juden als Deutsche betrachtete, und der seine 
Hauptaufgabe im Kampf gegen den Antisemitismus sah. Aus dieser Grundhaltung erklärt sich 
auch, daß der CV den Zionismus scharf ablehnte. So hieß es in einem Beschluß des 
Hauptvorstandes des CV vom 10. April 1921 : "Wäre die Besiedlung von Palästina nichts weiter 
als ein großes Hilfswerk, so wäre vom Standpunkt des Centralvereins gegen die Förderung 
dieses Werkes nichts zu sagen. Die Besiedlung von Palästina ist aber in erster Linie das Ziel 
nationaljüdischer Politik. Ihre Förderung und Unterstützung ist daher abzulehnen." [8] 

So war es denn auch in den Jahren vor dem Machtantritt Hitlers neben den 
progressiven Parteien und Organisationen vor allem der CV, der gegen den 
Antisemitismus auftrat. Kritisch bemerkte der jüdische Autor Werner E. Mosse: 
"Während die Führer des CV es als ihre besondere Aufgabe betrachteten, die 
Interessen der deutschen Juden im aktiven politischen Kampf zu vertreten, trat der 
Zionismus für die systematische jüdische Enthaltung von der Teilnahme am deutschen 
öffentlichen Leben ein. Er lehnte deshalb aus prinzipiellen Gründen jede Beteiligung an 
dem vom CV geführten Abwehrkampf ab." [9] 

Die Haltung der Zionisten zu der heraufziehenden Gefahr einer faschistischen Herrschaft in 
Deutschland war wesentlich auch von einer vielfachen Übereinstimmung von zionistischen und 
faschistischenideologischen Grundpositionen bestimmt. Nationalsozialisten wie Zionisten 
vertraten rassistische Theorien. Beide trafen sich im Glauben an solche mystischen Kategorien 
wie "Volkstum" und "Rasse", beide waren chauvinistisch, beide wollten "rassische Exklusivität". 
So schrieb beispielsweise der zionistische Funktionär Gerhard Holdheim im Jahre 1 930in einer 
der "Judenfrage" gewidmeten Ausgabe der SÜDDEUTSCHEN MONATSHEFTE (in der u.a. 
führende Antisemiten ihre Auffassung darlegten): "Das zionistische Programm begreift die 
Auffassung eines einheitlichen, ungeteilten Judentums auf nationaler Grundlage in sich. 
Kriterium des Judentums ist hiernach nicht ein religiöses Bekenntnis, sondern das 
Zusammengehörigkeitsgefühl einer Volksgemeinschaft, die, durch Gemeinsamkeit des Blutes 
und der Geschichte verbunden, gewillt ist, ihre nationale Individualität zu erhalten. "[1 0] Das war 
die gleiche Sprache, das waren die gleichen Vokabeln, derer sich die Nazis und Antisemiten 
bedienten. So kann es denn nicht verwundern, daß die deutschen Faschisten die Auffassung 
der Zionisten begrüßten. So schrieb der Chef-Ideologe der deutschen Nazi-Partei, Alfred 
Rosenberg: "Der Zionismus muß tatkräftig unterstützt werden, um jährlich eine zu bestimmende 



Zahl deutscher Juden nach Palästina oder überhaupt über die Grenze zu befördern." [11] Hans 
Lamm meinte später mit Blick auf solche Äußerungen: "... it is indisputable that during the first 
stages of their Jewish policy the National-Socialists thought it proper to adopt a pro-Zionist 
attitude." [12] 

Der CV bemerkte sehr klarsichtig zu der Haltung der Zionisten, daß ihre Anerkennung 
"bestimmter Postulate der deutschen Nationalisten" dem Antisemitismus Vorschub leiste, und in 
einer Stellungnahme des CV sprach man sogar von einem "Dolchstoß in den Rücken" der 
Abwehrfront gegen den Nationalsozialismus, den die Zionisten vor 1933 geführt hätten. [13] 
Doch schließlich ging es den Zionisten nicht um eine Abwehr des heraufziehenden Faschismus. 
Nur der Antisemitismus Hitlers, so glaubten sie, könne die antizionistischen jüdischen 
Deutschen dem Zionismus in die Arme treiben. So erklärte der damalige Chefredakteur der in 
Deutschland erscheinenden zionistischen Zeitung JÜDISCHE RUNDSCHAU, Robert Weltsch, 
am 8. Januar 1933 (drei Wochen vor Hitlers Machtantritt) auf einer Sitzung des 
Landesvorstandes der ZVfD: "Die antiliberale Welt im Deutschtum begegnet sich mit der 
antiliberalen Stellungnahme des Zionismus, und wir stehen hier vor der Chance, zwar nicht die 
Basis der Verständigung, aber die Basis einer Auseinandersetzung gefunden zu haben. [14] 



Der Berufung Hitlers zum Regierungschef am 30. Januar 1933 folgte die Übernahme aller 
Machtpositionen in Deutschland durch die nationalsozialistische Partei, die Übernahme der 
Macht also durch geschworene Antisemiten. Die jüdischen Deutschen betrachteten diese 
Vorgänge mit tiefer Sorge. Immerhin fanden sich im Programm der Nazi-Partei die Forderungen 
nach Ausbürgerung der Juden (Punkt 5), nach Entfernung aller Juden aus öffentlichen Ämtern 
(Punkt 6) und nach Ausweisung aller nach dem 2.8.1914 nach Deutschland eingewanderten 
Juden (Punkt 8). Nur die Zionisten gaben unverhohlen ihrer Genugtuung über diesen Vorgang 
Ausdruck. (Der sicherlich nicht antizionistische, britische Autor Christopher Sykes meint, "daß 
die zionistischen Führer von den ersten Anfängen des Nazi-Unheils an entschlossen waren, aus 
der Tragödie politischen Vorteil zuziehen". [15]) Die erste öffentliche Äußerung, die auf diesen 
Tatbestand hindeutet, stammte von dem Berliner Rabbiner Dr. Joachim Prinz, einem 
engagierten Zionisten, der unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 den Machtantritt Hitlers als 
den Beginn der "Rückkehr des Juden zu seinem Judentum" feierte. [1 6] Angesichts des sich 
abzeichnenden nazistischen Terrors gegen die jüdischen Deutschen triumphierte Prinz: "Kein 
Schlupfwinkel birgt uns mehr. Wir wünschen an die Stelle der Assimilation das Neue gesetzt: 
das Bekenntnis zur jüdischen Nation und zur jüdischen Rasse. "[17] 



Dies war durchaus nicht die Meinung eines Einzelgängers. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU, das 
offizielle Organ der ZVfD, schrieb am 1 3. Juni 1 933: "Der Zionismus anerkennt die Existenz der 
Judenfrage und will sie in einer großzügigen, konstruktiven Weise lösen. Er will hierfür die 
Mithilfe aller Völker gewinnen, der judenfreundlichen ebenso wie der judenfeindlichen, weil es 
sich seiner Auffassung nach hier nicht um Sentimentalitäten, sondern um ein reales Problem 
handelt, an dessen Lösung alle Völker interessiert sind. "[18] Mit diesem Argument hatte man 
sich genau auf die gleiche politische Linie begeben, die die Nazis bezogen. 

Am 21 . Juni 1 933 gab es schließlich eine offizielle zionistische Stellungnahme zur Übernahme 
der Macht durch den Nationalsozialismus: Die "Äußerung der Zionistischen Vereinigung für 
Deutschland zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat". In diesem umfangreichen 
Dokument wurde zunächst hervorgehoben, daß die Anschauungen der Zionisten "nach unserer 
Meinung eine den Grundsätzen des neuen deutschen Staates der nationalen Erhebung (hier 
wurde von den Verfassern fast wortgetreu die Nazi-Terminologie übernommen! K.P.) 
entsprechende Lösung ermöglichen würde". [19] Nachdem auf diese Weise die grundsätzliche 
Einhelligkeit prinzipieller Positionen von Zionismus und Nationalsozialismus proklamiert worden 
war, gab die ZVfD in ihrem Dokumenteinen geschichtlichen Rückblick auf die Lage der Juden in 
Deutschland, in dem sie sich wiederum solcher Vokabeln wie "Bindung von Blut und Rasse" 
bediente und - genau wie Hitler eine "seelische Sonderart" der Juden postulierte. Dann 
konstatierten die Zionisten: "Auch für den Juden müssen Abstammung, Religion, 
Schicksalsgemeinschaft und Artbewußtsein von entscheidender Bedeutung für seine 
Lebensgestaltung sein. Dies erfordert Überwindung des im liberalen Zeitalter entstandenen 
egoistischen Individualismus durch Gemeinsinn und Verantwortungsfreudigkeit." [20] 

Nach dieser Beschwörung und Wiederholung faschistischer Thesen folgte ein offenes 
Bekenntnis zum faschistischen Staat: "Wir wollen auf dem Boden des neuen Staates (gemeint 
ist das nazistische Deutschland; K.P.), der das Rassenprinzip aufgestellt hat, unsere 
Gemeinschaft in das Gesamtgefüge so einordnen, daß auch uns, in der uns zugewiesenen 
Sphäre, eine fruchtbare Betätigung für das Vaterland möglich ist. "[21] Schließlich verurteilten die 
Zionistenden Kampf antifaschistischer Kräfte gegen das Hitler-Regime, die im Frühjahr1933 zu 
einem wirtschaftlichen Boykott Nazi-Deutschlands aufgerufen hatten. "Boykottpropaganda - wie 
sie jetzt vielfach gegen Deutschland geführt wird- ist ihrer Natur nach unzionistisch, da der 
Zionismus nicht bekämpfen, sondern überzeugen und aufbauen will." [22] 

Um sich die ganze Bedeutung dieser Erklärung der ZVfD vor Augen zu halten, muß man noch 
einmal daran erinnern, was dieser Stellungnahme alles vorangegangen war: Die 



Judenverfolgungen hatten eingesetzt und in einem großen, ganz Deutschland umfassenden 
Pogrom am 1 . April 1 933 einen ersten Höhepunkt gefunden. Aber das schien die zionistischen 
Führer kaum zu interessieren. Es schien sie kalt zu lassen, daß in den ersten Märztagen des 
Jahres 1933 in deutschen Städten jüdische Bürger mißhandelt wurden (so hatte man 
beispielsweise am 1 1 . März 1 933 in Braunschweig jüdische Geschäfte demoliert; so waren am 
13. März 1933 vordem Gerichtsgebäude in Breslau jüdische Rechtsanwälte mißhandelt worden; 
so hatten die Nazi-Behörden das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" 
erlassen, das u. a. die Vertreibung von 2000 jüdischen Wissenschaftlern von den deutschen 
Universitäten zur Folge hatte). Statt dessen zog es der im Sommer 1933 tagende XVIII. 
Zionistenkongreß vor, nicht gegen die Vorgänge in Deutschland zu protestieren. Als auf dem 
Zionistenkongreß am 24. August 1 933 die Lage der deutschen Juden diskutiert werden sollte, 
legte das Präsidium des Kongressesfest, diese Diskussion zu unterbinden. [23] 

Die Nazis honorierten diese "Zurückhaltung" der Zionisten, indem sie der ZVfD die 
ungehinderte Weiterarbeit gestatteten (zu einer Zeit, da alle demokratischen und 
antifaschistischen Parteien und Organisationen in Deutschland schärfster Verfolgung 
ausgesetzt waren, und da man deren Funktionäre und Mitglieder in Gefängnisse und 
Konzentrationslager verschleppte) und alle nichtzionistischen jüdischen Organisationen in ihrer 
Arbeit außerordentlich behinderten. Diese Behinderungen trafen vor allem den CV. Schon vor 
1933 hatten die Nazis, "wie auszahlreichen Beispielen der Nazipresse hervorgeht", den CV als 
"ihren hauptsächlichen jüdischen Gegner" gesehen. [24] Hatte nicht der CV den Zionisten 
immer wieder vorgeworfen, sie hätten "am Abwehrkampf (gegen den Faschismus; K.P.) selbst 
kein Interesse gezeigt... Er (der Zionismus; K.P.) habe eine Politik der Gleichgültigkeit 
(gegenüber der herannahenden faschistischen Gefahr; K.P.) betrieben, da es ihm eben an 
wahrer innerer Beteiligung fehle". [25] 

So besetzte die SA am Abend des 1 . März 1933 das Zentralbüro des CV und schloß es. Am 5. 
März 1933 wurde der CV in Thüringen wegen "hochverräterischer Umtriebe" verboten. 
Gleichzeitig wandte sich der Nazi-Staat gegen andere nichtzionistische jüdische 
Organisationen, die, wie zum Beispiel der "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" eine deutsch- 
nationalistische Position vertreten hatten. Verboten wurde auch der "Verband 
Nationaldeutscher Juden" [Zum "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" (RjF) siehe Anhang (1)] 

Mit diesem "Rückenwind" durch die Nazis vermochten sich die Führer der Zionistischen 
Vereinigung für Deutschland noch im Jahre 1 933 eine führende Position unter den jüdischen 
Deutschen zu erobern, die sie vorher ganz und gar nicht besessen hatte. Die Zionisten 



nutzten auch die offenbar gewordene Notwendigkeit eines Zusammenwirkens jüdischer 
Organisationen, um sich einflußreiche Positionen zu sichern, wobei sie hier, nach außen hin, 
bekannten Nichtzionisten den Vortritt ließen. Im Herbst 1933 wurde die "Reichsvertretung der 
deutschen Juden" gegründet, an der sich alle großen jüdischen Organisationen wie der CV 
und auch die ZVfD beteiligten. Leiter der Reichsvertretung wurde Rabbiner Dr. Leo Baeck, in 
dessen Person sich bereits die zwiespältige Haltung der Reichsvertretung zum Zionismus 
spiegelte: Baeck war einerseits Mitglied des Hauptvorstandes des CV, andererseits aber 
zugleich Präsident des zionistischen Siedlungsfonds "Keren Hajessod" in Deutschland. Diese 
neu gegründete Reichsvertretung bot den zionistischen Führern eine breitere Plattform für 
ihre Tätigkeit. Die Reichsvertretung war übrigens nicht, wie manchmal behauptet wird, auf 
Weisung der Nazi-Behörden gegründet worden. Ball-Kaduri schrieb dazu: "Die höheren 
Stellen der Nazi interessierten sich für die internen Vorgänge im jüdischen Lager zunächst 
nicht" - was allerdings nicht stimmt, sonst wäre die Verfolgung von Nichtzionisten und die 
Begünstigung der Zionisten kaum zu erklären. "So kam es, daß die Gründung der 
Reichsvereinigung ganz ohne staatliche Eingriffe erfolgte; die vollzogene Gründung der 
Reichsvertretung wurde einfach dem Reichsministerium des Innern mitgeteilt, die Gestapo 
interessierte sich gar nicht dafür." [26] Erst am 4. Juli 1 939 erging die "Verordnung zum 
Reichsbürgergesetz" über die Zwangsgründung der "Reichsvereinigung der Juden in 
Deutschland", die einmal eine Umbenennung der Reichsvertretung beinhaltete, und die die 
Zwangsmitgliedschaft aller jüdischen Deutschen in der Reichsvereinigung bestimmte. Der § 2 
dieser Verordnung befahl übrigens getreu den zionistischen Wünschen: Die 
Reichsvereinigung hat den Zweck, die Auswanderung aller Juden zu fördern." 
[27] 

Dementsprechend wurden den zionistischen Organisationen die verschiedensten politischen 
Aktivitäten erlaubt. So ordnete beispielsweise die Bayrische Politische Polizei am 9. Juli 1935 
an: "Von den zionistischen Organisationen werden seit einiger Zeit bei ihren Mitgliedern und 
Sympathisierenden Geldsammlungen zur Förderung der Auswanderung, zum Bodenkauf in 
Palästina und zur Unterstützung des Siedlungswesen in Palästina durchgeführt, diese 
Geldsammlungen sind nicht genehmigungspflichtig, weil sie in einem eng geschlossenen Kreis 
von Juden veranstaltet werden. Auch von staatspolizeilicher Seite bestehen gegen diese 
Veranstaltungen keine Bedenken, zumal es sich um solche Fonds handelt, mit deren Hilfe die 
praktische Lösung der Judenfrage gefördert wird." 

Schließlich hatten die Nazis seit 1933 den Zionisten die Fortsetzung ihrer Propaganda 
gestattet. Während alle Zeitungen in Deutschland unmittelbar nach der Machtergreifung 



der Aufsicht und Sprachregelung des Propagandaministeriums unterworfen wurden 
(sofern sie nicht, wie die Zeitungen der Kommunistischen und Sozialdemokratischen 
Partei, der Gewerkschaften oder andere progressive Blätter, verboten waren), durfte die 
zionistische JÜDISCHE RUNDSCHAU ungehindert weitererscheinen. Winfried Martini, 
der zur damaligen Zeit für die DEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG als Korrespondent in 
Jerusalem tätig war, und der nach eigenem Zeugnis über "enge persönliche 
Verbindungen zum Zionismus" verfügte, vermerkte später die "paradoxe Tatsache", "daß 
gerade die jüdische (sprich: zionistische; K.P.) Presse jahrelang eine gewisse Freiheit 
besaß, die der nichtjüdischenPresse radikal verwehrt war". [28] Er fügte hinzu, daß in der 
JÜDISCHEN RUNDSCHAU "fast in jeder Ausgabe kritische Auseinandersetzungen mit 
der NS-ldeologie" zu lesen waren, was aber keineswegs zum Verbot des Verkaufs der 
Zeitung führte, sondern lediglich ab Ende 1 933 zum Verbot des Verkaufs der Zeitung an 
NichtJuden - die Juden sollten ja nach dem Willen der Nazis zum Zionismus bekehrt 
werden, und sei es mit Argumenten gegen die Nazis! Auf diese Weise nahm "das bis 
dahin wenig verbreitete Blatt der zionistischen Gruppe" [29] einen schnellen Aufschwung. 

Daß sich die zionistische Zeitung des Wohlwollens der Naziführer erfreuen konnte, wird 
verständlich, wenn man die Position des Blattes am Beispiel des "Judenboykotts" vom 1 . April 
1933 betrachtet. Jenes organisierte Pogrom gegen die jüdischen Bürger in Deutschland, das in 
aller Welt und bei allen anständigen Deutschen Zorn und Abscheu erweckte, wurde von dem 
Organ der Zionisten keineswegs scharf verurteilt und angeprangert, sondern vielmehr als eine 
Bestätigung zionistischer Auffassungen gewertet: "Der verhängnisvolle Irrtum vieler Juden, man 
könne jüdische Interessen unter einem anderen Deckmantel vertreten, ist beseitigt", schrieb die 
JÜDISCHE RUNDSCHAU zu dem Pogrom. "Der 1 . April 1 933 kann ein Tag des jüdischen 
Erwachens und der jüdischen Wiedergeburt sein..." [30] 

Die Bewegungsfreiheit für die Zionisten betraf aber nicht nur ihre Zeitung, sondern auch die 
Herausgabe von Büchern. Bis 1938 konnten mehrere Verlage (so u. a. der Jüdische Verlag in 
Berlin-Charlottenburg und der Schocken-Verlag Berlin) ungehindert zionistische Literatur 
herausgeben. So erschienen im faschistischen Deutschland völlig legal Schriften von Chaim 
Weizmann, David Ben Gurion und Arthur Ruppin - äußere Anzeichen einer nazistisch- 
zionistischen Kooperation, die schon 1933 hinter den Kulissen begonnen hatte. 



In die ersten Tage der Naziherrschaft in Deutschland fällt auch der Beginn einer 
wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Nationalsozialisten und Zionisten. Bereits im 



Mai 1933 hatte die zionistische Zitruspflanzungsgesellschaft "Ha Note'a" beim deutschen 
Reichswirtschaftsministerium eine Genehmigung für den Transfer von Kapital aus 
Deutschland erwirkt und damit die Prozedur des späteren Ha'avara-Abkommens 
ausprobiert. 

Die "Ha Note'a" kaufte für ihren Bedarf deutsche Waren, die von Bankkonten jüdischer 
Auswanderer in Deutschland bezahlt wurden. Die Auswanderer erhielten nach dem Verlassen 
Deutschlands dann den Gegenwert der von ihnen geleisteten Zahlungen in Haus- oder 
Grundbesitz übereignet. [31] Da die Erfahrungen der "HaNote'a" den zionistischen Führern 
erfolgversprechend erschienen, wurden noch im Sommer 1933 Verhandlungen zwischen 
zionistischen Stellen und dem deutschen Reichswirtschaftsministerium aufgenommen, die 
schon im August 1933 zum Abschluß des sogenannten Ha'avara-Abkommens führten. 

Die Ha'avara-Verhandlungen von 1933 gehören zu denjenigen Ereignissen der zionistischen 
Geschichte, die immer wieder vernebelt worden sind. Immerhin ging es hierbei um eine 
Wirtschaftskooperation, und dies zu einer Zeit, da antifaschistische Kräfte versuchten, einen 
Boykott Nazideutschlands in die Wege zu leiten. Diese Bemühungen hat Nahum Goldmann, 
der damals immerhin eine führende Position in der zionistischen Organisation einnahm, 
später so kommentiert: "Aber viele jüdische Gruppen weigerten sich mitzumachen, sei es, 
weil etliche jüdische Firmen Handelsvertreter deutscher Unternehmungen waren, sei es, weil 
manche jüdische Organisationen, namentlich in den Vereinigten Staaten, den Standpunkt 
vertraten, es sei unpatriotisch, eine Wirtschaftsboykott gegen ein Land zu organisieren, zu 
dem das eigene normale Handelsbeziehungen." [32] Das mochte zwar im Detail zutreffen, 
verschleierte aber die Wahrheit, denn diejenigen, die den Boykott durchbrachen, waren an 
erster Stelle die Zionisten selbst. 

Über die Umstände, die zum Abschluß desHa'avara-Abkommens führten, gibt es 
widersprüchliche Darstellungen. Die Widersprüche aber reflektieren den Wunsch zionistischer 
Stellen, die zionistische Verantwortung in dieser Frage zu vernebeln. Der schon zitierte Ball- 
Kaduri vertritt beispielsweise die Auffassung, die Initiative für die Verhandlungen mit den 
faschistischen Behörden in Deutschland sei von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 
ausgegangen, die den Generaldirektor der Anglo-Palestine Bank in Haifa, Hoofien, für das 
Projekt interessiert habe. Hoofien sei im Juni 1933 nach Berlin gereist und habe die 
entsprechenden Verhandlungen mit Oberregierungsrat Hartenstein vom 
Reichswirtschaftsministerium geführt. [33] (Aus diesem Grunde wurde das Ha'avara- abkommen 
in vielen Veröffentlichungen auch als "Hoofien-Abkommen" bezeichnet, eine Benennung, die 



den ganzen Vorgang auf eine Person - Hoofien - reduzierte.) Soweit Hoofien an der 
Angelegenheit beteiligt war (was wahrscheinlich schon deshalb notwendig war, weil es um 
konkrete Vereinbarungen über Transfer-Fragen ging, für die man einen Bankfachmann 
benötigte), so ist doch anzunehmen, daß eine so schwerwiegende Angelegenheit nicht aus 
privater Initiative und nicht ohne Abstimmung mit den maßgeblichen zionistischen Institutionen 
erfolgen konnte. Tatsächlich geht aus anderen Veröffentlichungen hervor, daß die 
Verhandlungen in Berlin von dem damaligen Chef des Politischen Departments der Jewish 
Agency, Chaim Arlosoroff, geleitet wurden. [34] Und schließlich wurde das Abkommen 1935 
vom Zionistischen Weltkongreß offiziell gebilligt. 

Das Ha'avara-Abkommen wurde - so Ball-Kaduri - "in Form eines Briefes des 
Reichswirtschaftsministeriums an Herrn Hoofien geschlossen. Die Verhandlungen gingen 
damals im wesentlichen reibungslos vonstatten, da die Nazi in diesem Zeitpunkt noch 
'zionistisch' eingestellt waren". [35] 

Dem in Berlin ausgehandelten Abkommen zufolge wurde in Tel Aviv die Ha'avara-Gesellschaft 
und in Berlin die Schwestergesellschaft Paltreu gegründet. Das Verfahren wurde in folgender 
Weise abgewickelt: Der jüdische Auswanderer zahlte sein Geld (der Mindestbetrag lag bei einer 
Summe von 1000 Pfund Sterling) auf die deutschen Konten der Ha'avara ein (in Berlin beim 
Bankhaus Wassermann oder in Hamburg beim Bankhaus Warburg). Mit diesem Geld konnten 
jüdische Importeure deutsche Waren für den Export nach Palästinakaufen, während sie den 
Gegenwert in palästinensischen Pfund auf ein Ha'avara-Konto bei der Anglo-Palestine Bank in 
Palästina einzahlten. Wenn der Auswanderer in Palästina eintraf, erhielt er aus diesem Konto 
den Gegenwert des von ihm in Deutschland eingezahlten Betrages ausgezahlt (wobei Ball- 
Kaduri hinzufügt: "nach Abzug der ziemlich hohen Spesen" [36]). 

Im Zusammenhang mit der durch das Ha'avara-Abkommen forcierten Auswanderung nach 
Palästina gründeten die Zionisten eine eigene Schiffahrtsgesellschaft, die Palestine Shipping 
Company, die das deutsche Passagierschiff "Hohenstein" kaufte und in "Tel Aviv" umbenannte. 
Anfang 1935 unternahm dieses Schiff seine erste Fahrt von Bremerhaven nach Haifa. Bei dieser 
Fahrt trug das Schiff am Rumpf in hebräischen Lettern den neuen Namen "Tel Aviv", während 
vom Mast die Hakenkreuzflagge wehte, "eine Kombination von metaphysischer Absurdität", 
schrieb ein Mitreisender später dazu. [37] Und der Kapitän des Schiffes, Leidig, war 
eingeschriebenes Mitglied der Nazipartei! 

Das Ha'avara-Abkommen brachte jeglichen Versuch eines wirtschaftlichen Boykotts des 



Nazireiches zum Scheitern, sicherte der deutschen Wirtschaft einen umfangreichen und 
kontinuierlichen Export und erlaubte ihr die Eroberung eines Marktes, und das in einer 
Situation, da der Welthandel noch immer unter den Folgen der schweren 
Weltwirtschaftskrise von 1 929 litt. [38] Dies wird auch in einer Aufzeichnung des NS- 
Staatssekretärs Stuckart vom Reichsinnenministerium vom 17. Dezember 1937 
hervorgehoben, in der es heißt: "Die hauptsächlichen Vorteile (des Ha'avara-Abkommens; 
K.P.) sind folgende:... Der Einfluß der Ha'avara-Gruppe in Palästina hat zu der 
ungewöhnlichen, aber erwünschten Erscheinung geführt, daß gerade dort deutsche Waren 
von jüdischer Seite nicht boykottiert werden..." [39] 

Das Ha'avara- Verfahren ermöglichte gleichzeitig eine Erweiterung der jüdischen Auswanderung 
aus Deutschland nach Palästina und führte damit zur Stärkung der zionistischen Position in 
Palästina (man sollte erwähnen, daß die Einwanderer aus Deutschland beispielsweise ein 
hohes Maß an "know-how" mitbrachten). Es hatte zugleich eine "Selektion" zur Folge. Da das 
Abkommen ein Mindestvermögen der Auswandernden von 1000 Pfund Sterling vorschrieb, 
konnten nur Angehörige der jüdischen Bourgeoisie von denVorteilen des Abkommens Gebrauch 
machen, während die Werktätigen jüdischer Herkunft ihrem Schicksal überlassen blieben. [40] 
In einer neueren Untersuchung über die nazistische Rassenpolitik wird deshalb völlig zu Recht 
die folgende Wertung des Ha'avara-Abkommens gegeben: "Das solidarische Prinzip, den 
jüdischen Menschen in Deutschland gegen die Verfolger zur Seite zu stehen, wurde durch das 
Kapitalinteresse durchlöchert. Pecunia non ölet. Indessen erhielten auch die Maßnahmen 
jüdischer Unternehmer, die einzig dazu dienten, Kapital aus dem faschistischen Deutschland 
nach Palästina zu bringen, eine höhere Weihe. Es wurde behauptet, das nach dem Nahen 
Osten gebrachte Kapital käme dort allen Juden zugute. In Wirklichkeit diente es in Palästina wie 
vorher in Deutschland den Profitinteressen seiner Eigentümer."[41] 

In dem gleichen Buch wurde festgestellt: "Die zionistische Internationale wollte die 
jüdischen Auswanderer aus Deutschland auf palästinensischem Boden nicht als 
Habenichtse eintreffen lassen, sondern als Kapitaleigentümer, die den Aufbau eines 
kapitalistischen Staatesunterstützen konnten. Daraus erwuchs ein Interesse, sich mit 
den Antisemiten in Deutschland zu vergleichen". [42] 

In der Tat war vor der Gründung des Staates Israel der Ha'avara-Transfer der wohl stärkste 
ökonomische "booster" für die zionistische Wirtschaft in Palästina. Zionistische Quellen nennen 
die für die damalige Zeit enorme Summe von 139,6 Millionen Reichsmark, die von Deutschland 
nach Palästina transferiert worden sei. [43] In einer anderen Quelle ist von 5 Millionen Pfund 



Sterling die Rede. [44] Die israelische Wirtschaft entstand also in jener Zeit, da die Nazis es den 
Zionisten ermöglichten, das Kapital für deren Aufbau von Deutschland nach Palästina zu 
schaffen. Nicht zufällig sind die bedeutendsten Großunternehmen in Israel von Auswanderern 
aus Deutschland gegründet worden oder wurden von diesen geleitet (zum Beispiel: die größte 
palästinensische Eisengießerei und die Zementindustrie wurden von dem einstigen Direktor der 
Berliner Elektrizitäts- und Wasser AG, Dr. Karl Landau, gegründet; Dr. Arnold Barth aus Berlin, 
Dr. Siegfried Sahlheimer aus Bamberg und Herbert Förder aus Breslau wurden die ersten 
Organisatoren der Bank Leumi; Fritz Naphtali aus Berlin und Georg Josephstal aus Nürnberg 
machten aus der unbedeutenden "Arbeiterbank" ein Riesenunternehmen; einer der 
bedeutendsten israelischen Konzerne wurde von Jakutiel und Sam Federmann aus dem 
früheren Chemnitz gegründet). 

Die wirtschaftlichen Abmachungen zwischen den Zionisten und den deutschen Faschisten 
wurden zunächst von allen Institutionen des Nazireiches gutgeheißen. Das Auswärtige Amt 
hatte bereits vor 1933 bei vielen Gelegenheiten eine pro-zionistische Haltung eingenommen (so 
hatte es u.a. ein Treffen zwischen Chaim Weizmann und den Staatssekretären von Schubert 
und von Bülow gegeben [45]) Erst nach dem Ausbruch des arabischen Aufstandes von 1936 
kam es zu ersten Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Institutionen über 
die Zweckmäßigkeit einer Fortsetzung des Ha'avara-Transfers. Das Auswärtige Amt machte nun 
geltend, daß die de-facto-Unterstützung der zionistischen Politik dazu führen müsse, daß die 
Araber eine feindselige Haltung gegen Hitler-Deutschland einnehmen würden, was nicht im 
Interesse Deutschlands liegen könne. Zum Sprecher solcher Auffassungen machte sich der 
deutsche Generalkonsul in Jerusalem, Dohle, der in einem umfangreichen Memorandum vom 
22. März 1 937 erklärte, daß "durch unsere Förderung der Judeneinwanderung die ... nach dem 
Kriege wieder gewonnenen deutschen Positionen ... in Mitleidenschaft gezogen" würden. [46] 
Dohle ging es dabei natürlich nicht um arabische Belange, sondern ausschließlich um die 
politischen Interessen des deutschen Faschismus, weshalb er bemerkte, es brauchten 
Deutschland "die palästinensischen Araber und auch ihre Sympathie für uns nicht weiter 
zuinteressieren" [47]; es sei "vorerst nicht einmal eine wirklich aktive Araberpolitik erforderlich, 
sondern nur die Vermeidung eineraugenfälligen Förderung des Aufbaus des jüdischen 
Nationalheims." Dohle befürchtete nämlich, "daß die arabische Stimmung umschlägt und der 
Vorwurferhoben wird, daß wir ... uns aktiv am Kampf gegen die Araber beteiligen. .."[48] 

Die Bedenken Döhles wurden auch von anderen deutschen Behörden aufgegriffen. So 
vermerkte das Außenhandelsamt der Auslandsorganisation der Nazipartei in aller Offenheit: 
"Politisch bedeutet (der Ha'avara-Transfer) eine wertvolle Unterstützung zur Errichtung eines 



jüdischen Nationalstaates mit Hilfe deutschen Kapitals. "[49] 

Am 17. Dezember 1937 hieß es in der schon zitierten Aufzeichnung des Staatssekretärs 
Stuckart vom Reichsinnenministerium, seit dem Beginn des arabischen Aufstandes in Palästina 
hätten sich "die Vorteile des (Ha'avara-; K.P.) Verfahrens verringert, die Nachteile verstärkt..." 
[50] Stuckart meinte, wenn man die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina schon nicht 
verhindern könne, so müsse doch "alles unterlassen werden, was geeignet sei, das Wachsen 
eines solchen Staates zu fördern". Stuckart erklärte dann unumwunden: "Es besteht kein 
Zweifel, daß das Ha'avara-Verfahren den größten Anteil zu dem stürmisch schnellen Aufbau 
Palästinas (d. h. der zionistischen Kolonisation; K.P.) beigetragen hat. Das Verfahren hat nicht 
nur das meiste Geld (aus Deutschland!) geliefert, sondern auch den intelligentesten Teil der 
Einwanderer gestellt und schließlich die zum Aufbau nötigen Maschinen und 
Industrieerzeugnisse, ebenfalls aus Deutschland, ins Land gebracht." [51] 

Die Bedenken dieser Stellen (die, wie wir noch sehen werden, im Widerspruch zu den 
Auffassungen von SS und Gestapo standen) wurden schließlich Hitler vorgetragen. Wie aus 
einer Aufzeichnung der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes vom 27. Januar 
1938 hervorgeht, entschied Hitler, das Ha'avara-Verfahren solle fortgesetzt werden. [52] An 
dieser positiven Haltung Hitlers zur Stärkung der zionistischen Kolonisation in Palästina änderte 
sich auch nichts, als das Auswärtige Amt und die Auslandsorganisation der Nazipartei weiter 
hinüber die zunehmende Feindseligkeit der Palästinenser gegen Deutschland klagten. So 
forderte das Büro des Chefs der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt am12. November 
1938 erneut, daß eine "Initiative zu der längst fälligen Beseitigung des Ha'avara-Abkommens 
ergriffen wird". [53] Auch Jon und David Kimche bestätigen übrigens, daß Hitler "mit eindeutigen 
Bestimmungen die Förderung der jüdischen Masseneinwanderung nach Palästina anordnete" 
[54] und daß Hitler die "Grundsatzentscheidung" traf, daß "die jüdische Auswanderung weiterhin 
mit allen verfügbaren Mitteln gefördert werden soll. Jede bis jetzt noch bestehende Frage, ob 
nach Ansicht des Führers eine derartige Auswanderung in erster Linie nach Palästina geleitet 
werden soll, ist damit positivbeantwortet worden". [55] 

Und schließlich bestätigt auch Winfried Martini indirekt die pro-zionistische Position führender 
deutscher Kreise während des arabischen Aufstandes von 1936 bis 1939, wenn er schreibt, er 
habe als Korrespondent der DEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG in Palästina "ziemlich 
eindeutig zugunsten der jüdischen Seite" vom Aufstand berichtet, was zu "keinerlei 
Beanstandungen durch irgendwelche NS-Stellen" geführt habe. [56] Hitler blieb also ein 
Befürworter desHa'avara-Transfers, der erst mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 



eingestellt wurde. [57] 



Die Zionisten verfügten seit den ersten Tagen der Naziherrschaft in Deutschland über einen 
direkten "Draht" zu dem faschistischen Unterdrückungsapparat. Aus ersten Kontakten sollte 
sich in der Folge eine rege Zusammenarbeit zwischen der zionistischen Führung und den 
Terrororganisationen des Nazireiches (der Geheimen Staatspolizei - Gestapo; dem 
Sicherheitsdienst der SS - SD etc.) entwickeln. 

Der zionistische Funktionär Leo Plaut hatte bereits vor 1933 mit der Politischen Polizei und mit 
dem Polizei-Oberregierungsrat Rudolf Diels "Verbindung gehalten" (Diels war angeblich ein 
Schulfreund von Plaut). Als Diels 1933 erster Chef der Geheimen Staatspolizei wurde, riß diese 
Verbindung Plauts nicht ab, ja, 'Plaut besaß sogar die geheime Telefonnummer von Diels und 
konnte ihn jederzeit anrufen". [58] Die Einzelheiten dieses Kontaktes lassen sich nur vermuten, 
da die Aufzeichnungen darüber im Yad-Washem-Archiv in Jerusalem unter Verschluß gehalten 
werden. Es ist jedoch anzunehmen, daß über diesen Kontakt das Treffen zwischen dem 
damaligen preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring und den Führern jüdischer 
Organisationen am 26. März 1933 zustande kam. Für die Zionisten nahm der Funktionär Kurt 
Blumenfeld an der Zusammenkunft teil, der allerdings in seinen Lebenserinnerungen über diese 
Episode schweigt. [59] 

Während solche Kontakte in aller Stille vor sich gingen, gab es für dieöffentlichkeit ein Indiz für 
die Kooperation zwischen den Zionisten und der SS (die den gesamten Polizei- und 
Geheimdienstapparat des Nazistaates beherrschte): Die von dem Chefpropagandisten der 
Nazis geleitete Zeitung DER ANGRIFF veröffentlichte einen Reisebericht aus Palästina, in 
dem, ganz im Gegensatz zur offiziellen Nazipropaganda, die zionistische Kolonisation in 
Palästina überaus positiv beurteilt wurde. Der Bericht unter dem Titel "Ein Nazi fährt nach 
Palästina" "verzichtete nahezu vollständig auf jede Kritik". [60] 

Hinter dem Verfasser-Pseudonym "Lim" verbarg sich der SS-Untersturmführer Leopold von 
Mildenstein. Mildenstein war im SD (dem Sicherheitsdienst der SS) tätig, der ursprünglich als 
Geheimdienstorganisation innerhalb der Nazipartei entstand und ab 1934 nicht nur Parteipolizei 
und polizeiliches Führungsinstrument war, sondern sich zum dominierenden innenpolitischen 
Geheimdienst der Nazidiktatur entwickelte. [61] Der SD wurde auch politische Führungs- und 
Kaderorganisation der nazistischen Sicherheitspolizei. Daß ausgerechnet Mildenstein eine 
ausgesprochen pro-zionistische Artikelserie schrieb, war kein Zufall: Im Amt II des SD (Inland) 



entstand 1934 die Abteilung II 112, das sogenannte "Judenreferat", dessen Leitung Mildenstein 
übernahm, der laut Martini auf seiner Palästinareise "von den zionistischen Stellen diskret 
beraten" worden war. [62] Mildensteins Abteilung bestimmte in den folgenden Jahren (bis 1938) 
maßgebend die nazistische Judenpolitik, die von dem offiziellen Organ der Reichsführung SS, 
DAS SCHWARZE KORPS, so formuliert worden war: "... Die Zeit dürfte nicht mehr allzu fern 
sein, in der Palästina seine seit über einem Jahrtausend verlorenen Söhne wieder aufnehmen 
kann. Unsere Wünsche, verbunden mit staatlichem Wohlwollen, begleiten sie." [63] 

Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diese zionistenfreundliche Politik der SS als eine persönliche 
Haltung Mildensteins zu deuten, um von dertiefgehenden ideologischen Übereinstimmung 
zwischen Zionisten und Nazis abzulenken. Nicht nur die Zitate aus dem SCHWARZEN KORPS 
widerlegen diese Legende. Mildenstein selbst hat einige Jahre später seine palästinensischen 
Reisereportagen aus dem ANGRIFF als Buch herausgegeben. Darin aber kehrte er die 
ursprüngliche pro-zionistische Tendenz in einen unverhohlenen Antisemitismus um. [64] 

Die zionistischen Führer, die den Leiter des SD-Judenreferats von Mildenstein auf seiner 
Palästina-Reise "diskret beraten" hatten, hielten auch weiterhin Kontakt zur SS und zum SD. 
Über die Details dieser Verbindung ist naturgemäß wenig bekannt, da sie unter strengster 
Geheimhaltung stattfand. Zu den wenigen Dokumenten, die über diese Vorgänge zugänglich 
sind, gehört eine Aufzeichnung von Prof. Franz Six [65] vom 17. Juni 1937, die den Vermerk 
"Geheime Kommandosache" trägt. [66] Sie informiert über einen Besuch des zionistischen 
Beauftragten Feivel Polkes in Berlin. Polkes war Mitarbeiter des Führungsstabes der 
zionistischen Untergrundarmee Haganah im Range eines Kommandeurs. [67] Der SS- 
Oberscharführer Herbert Hagen, Nachfolger Mildensteins als Leiter des "Judenreferats", 
vermerkte in seiner Aktennotiz, Polkes habe die "Leitung des gesamten Selbstschutzapparates 
der palästinensischen Juden". [68] 

Polkes hatte in Palästina in engem Kontakt mit dem Korrespondenten des "Deutschen 
Nachrichtenbüros", Dr. Reichert, gestanden, der im palästinensischen Spionagenetz des 
SD, den der in Haifa als Kaufmann lebende SD-Agent Otto von Bodelschwingh leitete, 
tätig war. 

Dr. Reichert verschaffte Polkes auch das Einreisevisum nach Deutschland. Polkes hielt sich 
vom 26. Februar bis zum 2. März1937 in Berlin auf, wo er mehrfach mit SD-Beauftragten 
zusammentraf. So hatte er u.a. zwei Treffen mit dem SS-Hauptscharführer Adolf Eichmann, 
der inzwischen ebenfalls seine Arbeit im "Judenreferat" aufgenommen hatte. Polkes bot dem 



SD eine Zusammenarbeit an. Es gehe ihm vor allem darum, so sagte er zu Eichmann, "die 
jüdische Einwanderung nach Palästina zu stärken, damit die Juden inseiner Heimat das 
Übergewicht über die Araber erhielten; zu diesem Zweck arbeite er mit den Geheimdiensten 
Englands und Frankreichs zusammen, er wolle auch mit Hitler-Deutschland 
kooperieren". [69] Hagen notierte in seinem Bericht über den Polkes-Besuch in Berlin weiter: 
"Auch für Deutschland erklärte er sich bereit, Dienste in Form von Nachrichten zu leisten, 
soweit sie nicht seinen persönlichen Zielen entgegenstünden... Er würde u.a. die deutschen 
außenpolitischen Interessen im Vorderen Orient tatkräftig unterstützen..." [70] Höhne 
kommentiert die Angebote Polkes' mit den Worten: "...hinter ihnen stand offenbar die 
Einwanderungspolitik der Haganah". [71] 

Die SS honorierte Polkes' Kooperationsabsichten auch sofort mit der von Six notierten 
Weisung: "Auf die Reichsvertretung der Juden in Deutschland wird ein Druck dahingehend 
ausgeübt, daß sich die aus Deutschland auswandernden Juden verpflichten, ausschließlich 
nach Palästina, nicht aber in irgendein anderes Land zu gehen." Das war genau das, was die 
Zionisten wollten. Six aber fügte hinzu: "Eine solche Maßnahme liegt durchaus im deutschen 
Interesse und wird bereits durch Maßnahmen des Gestapa vorbereitet". [72] (Gestapa = 
Geheimes Staatspolizeiamt). 

Feivel Polkes, der Haganah-Kommandeur, tat ein übriges für die Entwicklung der 
Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis: Er übergab Eichmann eine Einladung, als Gast 
der Haganah Palästina zu besuchen. Six notierte: "Für die Arbeit der Verbindungsaufnahme 
käme vor allem SS-Hauptscharführer Eichmann von der Abteilung II 1 12 in Frage, der bei einem 
Berliner Aufenthalt Polkes' die Unterredung mit ihm führte und von ihm zu einem Besuch der 
jüdischen Kolonien in Palästina unter seiner Leitung eingeladen wurde. "[73] 

Die Reise Eichmanns und Hagens nach Palästina ist in der Geschichte der Zusammenarbeit 
zwischen Zionismus und Nazi-Deutschland nur eine Episode gewesen. Aber sie war eine so 
bezeichnende und zugleich entlarvende Episode, daß sie Jahrzehnte hindurch Gegenstand 
nicht nur von Spekulationen, sondern auch von vorsätzlichen Fälschungen gewesen ist. 

Nichts trachteten die zionistischen Führer mehr zu verbergen als die Tatsache, daß der weltweit 
bekannte und berüchtigte Judenmörder Adolf Eichmann einst von der Haganah nach Palästina 
eingeladen worden war. So drehten sie kurzerhand den Spieß um und behaupteten, Eichmanns 
Besuch habe dem Ziel gedient, Kontakt zu den aufständischen Palästinensern aufzunehmen, 
oder gar mit dem Mufti von Jerusalem, Hadj Amin al-Husseini, zu konspirieren. Der Erfinder 



dieser Geschichte scheint der bekannte Zionist und "Nazi-Jäger" Simon Wiesenthal zu sein, der 
schon 1947 die Behauptung aufstellte, Eichmann habe in der palästinensischen Siedlung 
Sarona ein Agentennetz aufgezogen und "Verbindung mit dem Großmufti" aufgenommen. [74] 
1951 wurde von Leon Poliakov eine ähnliche Version in die Welt gesetzt[75], und Gerald 
Reitlinger übernahm sie zwei Jahre später in sein Werk "The Final Solution"[76]: Eichmann sei 
nach Palästina entsandt worden, "um mit den arabischen Aufständischen Fühlung zu nehmen". 
Von nun an wucherte die phantastische Legende. 

Einen Besuch beim Großmufti wußte der Amerikaner Quentin Reynolds zu vermelden. [77] 
Der Eichmann-Biograph Corner Clarke behauptete sogar, daß Eichmann 50.000 Dollar 
"Nazigold" mit sich geführt und den palästinensischen Aufständischen übergeben habe. [78] 

Vergleicht man derartige Legenden mit den tatsächlichen Vorgängen, so wird auch klar, 
weshalb der israelischen Regierung so sehr daran gelegen war, den Prozeß gegen 
Eichmann unter allen Umständen in Israel durchzuführen. Nur in Israel konnte man erneut 
alte Lügen auftischen[79], nur hier konnte man Eichmann dazu zwingen, eine vorsätzlich 
unrichtige Aussage vor Gericht zu machen: "Es sei auch richtig", sagte Eichmann im Prozeß 
aus, daß einer der Zweckes einer Palästinareise im Jahr 1 937 die Herstellung einer 
Verbindung mit dem Mufti al-Husseini war". [80] 

Daß hier der Prozeß gegen einen Massenmörder auch dazu benutzt wurde, die historische 
Schuld der zionistischen Führer zu vernebeln, wird offenbar, wenn man die zeitgenössischen 
Dokumente studiert. Eines dieser Dokumente ist der Reisebericht Eichmanns und Hagens aus 
dem Geheimarchiv des SS-Chefs Himmler. [81] Der wesentliche Inhalt des Reiseberichts ist 
folgender: 

Eichmann und Hagen reisten am 26. September 1937in Berlin ab (sie hatten sich als 
Redakteure des BERLINER TAGEBLATTS getarnt) und erreichten am 2. Oktober 1937 mit dem 
Schiff "Romania" den Hafen von Haifa. Da die britischen Behörden den beiden SS-Emissären 
die Einreisegenehmigung verweigerten (sie verwiesen auf den arabischen Aufstand), reisten 
Eichmannund Hagen weiter nach Ägypten. In Kairo aber trafen sie sich nicht mit Hadj Amin al- 
Husseini[82], sondern mit ihrem alten Bekannten, dem Haganah-Offizier Feivel Polkes. Der 
Reisebericht Hagens und Eichmanns enthält eine genaue Wiedergabe der Gespräche mit 
Polkes, die am 10. und 

11. Oktober 1937 im Kaffeehaus "Georgi" in Kairo stattfanden. Zunächst legte Polkes den 
SS-Männern in aller Offenheit die zionistischen Pläne dar(die nachfolgende von Eichmann 



und Hagen notierte Äußerung Polkes' ist nicht nur im Zusammenhang mit der zionistisch- 
nazistischen Kooperation interessant, sondern auch als Zeugnis zionistischer 
Expansionspolitik): "Man wolle auf jeden Fall den Judenstaat, und zwar so bald wie 
möglich, um den Strom der jüdischen Auswanderer nach Palästina zu lenken. Wenn erst 
einmal der Judenstaat aufgrund der jetzigen Vorschläge des Peel-Berichtes 
[83] mit den von England schon teilweise versprochenen Positionen errichtetworden sei, werde 
man schon die Grenzen nach Belieben vorschieben können." 

Polkes lobte sodann den SS-Männern gegenüber den antisemitischen Terror inDeutschland: 
"Über die radikale deutsche Judenpolitik zeige man sich in nationaljüdischen Kreisen sehr 
erfreut, weil damit der Bestand der jüdischen Bevölkerung in Palästina so vermehrt werde, daß 
in absehbarer Zeit mit einer Mehrheit der Juden gegenüber den Arabern in Palästina gerechnet 
werden könne." 

Welch anderes Ziel konnte ein prominenter Beauftragter der Haganah mitsolchen Äußerungen 
gegenüber den künftigen Judenmördern verfolgen, als die Absicht, die Interessengleichheit 
zwischen Nationalsozialismus und Zionismus zu demonstrieren und quasi ein langdauerndes 
Bündnis anzubieten? 

Nachdem Polkes sodann nochmals auf die Notwendigkeit einer Beschleunigung der jüdischen 
Austreibung aus Deutschlandverwiesen hatte, erklärte er sich ein zweites Mal bereit, dem SD 
Geheiminformationen zu liefern. Zwei solcher Informationen übermittelte er sofort. Eichmann 
notierte sie im Reisebericht. Die erste dieser Informationen hatte den Zweck, die Nazis zur 
Verfolgung der arabischen nationalen Bewegung zu veranlassen. Eichmann notierte: "Der in 
Berlin sitzende Pan-Islamische Weltkongreß e.V. soll It. Information Polkes in direkter 
Fühlungnahme mit den beiden sowjetfreundlich eingestellten Araberführern Emir Shekib Arslan 
und EmirAdil Arslan stehen." 

Die zweite Information, die Eichmann in seinem Reisebericht festhielt, betraf jene Partei, die 
am entschiedensten gegen den nazistischen Terror und gegen die antisemitischen 
Ausschreitungen auftrat, die Kommunistische Partei Deutschlands: "Der in Deutschland 
besonders starkdurchdringende illegale kommunistische Sender soll nach Polkes Angaben, 
auf einem Lastwagen montiert, längs der deutsch-luxemburgischen Grenze seine 
Sendetätigkeit ausüben." Auch diese Information belegt, wo die zionistischen Führer ihre 
Verbündeten und wo sie ihre Feinde sahen! 

Die Treffen zwischen Eichmann und Polkes sind durchaus keine isolierten, zufälligen Ereignisse 



gewesen. Sie ordnen sich in den Rahmen der langdauernden, vielfältigen Kooperation von 
Nationalsozialisten und Zionisten ein. Nach Eichmanns und Hagens Reise erfolgte diese 
Zusammenarbeit konkret über die "Mossad Alijah Beth", die von der Haganah als illegale 
Einwanderungsorganisation geschaffen wurde, nachdem Großbritannien in Befolgung des Peel- 
Berichtes die jüdische Einwanderung nach Palästina gedrosselt hatte. Bereits Ende 1937, also 
wenige Monate nach Eichmanns Reise, nahmen mit Genehmigung der Nazi-Behörden 
Beauftragte der Mossad in Berlin-Charlottenburg, Meineckestraße 10, im Hause der 
"Reichsvereinigung" ihre Tätigkeit auf. [84] Die beiden Beauftragten, Pina Ginzburg und Moshe 
Auerbach waren eigens dazu aus Palästina nach Deutschland eingereist. 

Jon und David Kimche datieren in ihrem Buch "Secret Roads" Ginzburgs Ankunft in Berlin 
allerdings erst auf den Sommer 1938. [85] Ginzburg habe sich offiziell als Beauftragter der 
"Union of Communal Settlements" bei der Gestapo vorgestellt und erklärt, "er sei in einer 
Sondermission hier, seine Aufgabe entspreche den Absichten der Naziregierung, denn 
sein Ziel sei, die Auswanderung deutscher Juden nach Palästina zu organisieren. Nur mit 
Unterstützung der Naziführer könne das Projekt in großem Maßstab durchgeführt 
werden". [86] Die Gestapo habe sodann mit Ginzburg erörtert, "wie die jüdische 'illegale' 
Einwanderung nach Palästina gegen den Willen der britischen Mandatsregierung zu 
fördern und auszudehnen sei'. [87] 

An dieser Stelle ist zu ergänzen, daß die Nazi-Behörden in der Zwischenzeit begonnen hatten, 
ihre Methoden des Drucks auf die jüdischen Deutschen zu ändern. Nun überließen sie es der 
Zionistischen Organisation nicht mehr allein, die Auswanderung nach Palästina in die Wege zu 
leiten. In Wien(Österreich war im März 1 938 von Hitler-Deutschland okkupiert worden) war die 
"Zentralstelle für jüdische Auswanderung" gebildet und Adolf Eichmann unterstellt worden. 
Eichmann war im Frühsommer 1938 in Wien mit einem anderen Beauftragten der Mossad, Bar- 
Gilead, zusammengetroffen, der ihn um die Genehmigung gebeten hatte, Umschulungslager für 
Auswanderer einrichten zukönnen, damit man die Auswanderungswilligen auf ihre Arbeit in 
Palästina vorbereiten könne. [88] Nach einer Rückfrage in Berlin erteilte Eichmann die 
Genehmigung und stellte alle Voraussetzungen für die Einrichtung von Schulungslagern zur 
Verfügung. Bis Ende 1 938 wurden etwa 1 000 junge Juden in diesen Einrichtungen 
ausgebildet. [89] 

Auch Ginzburg in Berlin konnte solche Schulungslager mit Hilfe der Nazi-Behörden 
einrichten, und Jon und David Kimche schreiben: "Der Palästinenser (gemeint ist Ginzburg; 
K.P.), der zu allem entschlossen nach Berlin gekommen war, machte sich kein Gewissen 



daraus, mit dem Teufel aus einer Schüssel zu essen und sich seinen Anteil an der Mahlzeit 

zu sichern." 

[90] 

Hannah Arendt hat in ihrem Buch "Eichmann in Jerusalem" diese Vorgänge so kommentiert: " ... 
diese Juden aus Palästina sprachen eine Sprache, die von Eichmanns eigenem damaligen 
Sprachgebrauch keineswegs total verschieden war. Sie waren von den 
Gemeinschaftssiedlungen in Palästina nach Europa geschickt worden, für Rettungsaktionen 
interessierten sie sich nicht: 'das war nicht ihre Aufgabe'. Vielmehr wollten sie 'brauchbares 
Material' auswählen, und im Rahmen dieses Unternehmens betrachteten sie - da ja das 
Ausrottungsprogramm noch nicht in Gang gekommen war - als ihren Hauptgegner nicht 
diejenigen, die den Juden das Leben in der alten Heimat, inDeutschland und Österreich, 
unerträglich machten, sondern jene anderen, die den Zugang zur neuen Heimat versperrten; ihr 
Feind war ganz eindeutig nicht Deutschland, sondern England... Vermutlich waren sie die ersten 
Juden, die offen von gemeinsamen Interessen sprachen. .."[91] 



Während die Mehrheitsfraktionen der zionistischen Bewegung, also der Flügel der "Arbeiten- 
Partei (Ben Gurion u. a.) und der "Allgemeinen Zionisten" (Weizmann u.a.) ihre Kontakte mit den 
Nazis sorgfältig camouflierten und öffentlich auch Worte gegen die Nazis fanden, hatte der 
rechte Flügel des Zionismus, die Revisionistische Partei Jabotinskys (die Vorläuferorganisation 
der Terrorgruppe "Irgun ZwaiLeumi" und der späteren Herut-Partei von Menachem Begin), 
schon vor dem Jahre 1 933 bei vielen Gelegenheiten aus seiner Sympathie für Leute wie Hitler 
und Mussolini kein Hehl gemacht. Als beispielsweise Anfang 1932 in Jerusalemein Prozeß 
gegen Teilnehmer an Ausschreitungen in der Hebräischen Universität stattfand, erklärte ein 
Verteidiger der Angeklagten, der Rechtsanwalt Cohen II, Mitglied der Revisionistischen Partei: 
"Ja, wir Revisionisten hegen für Hitler eine große Achtung. Hitler hat Deutschland gerettet. 
Sonst wäre es schon vor vier Jahren zugrunde gegangen. Und hatte Hitler seinen 
Antisemitismus abgelegt - wir würden mit ihm gehen..." [92] 

Vladimir Jabotinsky, der damalige Führer der Revisionisten, der über gute Beziehungen zu 
faschistischen Bewegungen in Europa verfügte[93], wurde beschuldigt, nun auch den Versuch 
zu machen, eine enge Bindung zu Hitler-Deutschland zu suchen. Offenbar hatte ein Wettlauf in 
der zionistischen Bewegung zwischen der Mehrheit und der Rechten begonnen, wer mit den 
neuen Herren Deutschlands besser zusammenarbeiten könne, und werdem anderen in der 
Öffentlichkeit die Kollaboration mit den Nazis nachweisen könne (siehe dazu auch die Vorgänge 



um die Ermordung Chaim Arlosoroffs *34). DAVAR veröffentlichte im Juli 1933 einen Artikel von 
David Ben Gurion, in dem eine schwerwiegende Anschuldigung erhoben wurde: 

"...Unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland, als die Verfolgungen von Juden 
und Marxisten auf ihrem Höhepunkt waren, erschien Vladimir Jabotinsky in Berlin und stachelte 
in einer öffentlichen Ansprache gegen Marxisten und Kommunisten im Zionismus und in 
Palästina auf." [94] Wenn das zutraf, so bedeutete dies, daß Jabotinsky die Verhandlungen 
seines politischen Gegenspielers mit den Nazis torpedieren wollte, um sich als 
Gesprächspartner ins Spiel zu bringen. Jabotinsky bemühte sich, die Anschuldigungen Ben 
Gurions zurückzuweisen, indem er geltend machte, er habe am 28. April 1933 über Radio 
Warschau gesprochen und einen weltweiten Wirtschaftsboykott Deutschlands gefordert, bei 
gleichzeitiger Gründung eines jüdischen Staates in Palästina "als einziger adäquater Antwort auf 
die Hitlergefahr". [95] Dies war eine deutliche Anspielung auf die Ha'avara-Verhandlungen. 
Andererseits konnte Jabotinsky nicht bestreiten, daß die in Palästina erscheinende 
revisionistische Zeitung CHASIT HA'AM (für die er regelmäßig Beiträge schrieb), aus ihrer 
Sympathie für die Hitlerbewegung kein Hehl machte. Jabotinsky, so schreibt sein Biograph 
Schechtman, sei "tief beunruhigt und betroffen" gewesen, als er davon informiert wurde, daß 
das Blatt in den frühen Stadien des Nationalsozialismus "die (Hitler-; K.P.) Bewegung angeblich 
mit einem ausgesprochenen Hang nach seelenverwandter Verständigung behandelt hatte. Die 
Redakteure des Blattes. ..sähen im Nationalsozialismus, obwohl ihnen Hitlers rabiater 
Antisemitismus bekannt sei, Elemente einer echten Bewegung nationaler Befreiung". [96] 

Für das faschistische Deutschland war die Zusammenarbeit mit den Mehrheitszionisten 
zweifellos wichtiger als eine Kooperation mit der revisionistischen "Opposition". Dennoch wurde 
auch den Revisionisten erlaubt, ihre politischen Aktivitäten in Deutschland fortzusetzen. Die 
Angehörigen der revisionistischen Jugendorganisation "Betar" (Schechtmann schreibt von ihr, 
sie habe sich "gewissen Zügen des Nazi-Regimes angepaßt" [97]) erhielten als einzige 
nichtgleichgeschaltete Organisation in Deutschland von den Nazi-Behörden die Erlaubnis, 
weiterhin ihre Uniformen tragen zu dürfen. 

Eine Splittergruppe der "Irgun" war es schließlich, die in ihrer Absicht, mit den deutschen 
Faschisten zu kollaborieren, so weit ging, mitten im Zweiten Weltkrieg, zu einem Zeitpunkt, da 
die Judenmassaker im besetzten Polen bereits begonnen hatten, den Nazi-Behörden ein in 
seiner Art schier unglaubliches Angebot zu machen. Das Kooperationsangebot an die Nazi- 
Behörden ist in einem bisher weithin unbekannten Dokument enthalten, das der Marineattache 
der deutschen Botschaft in der Türkei, der Geheimdienstaufgaben wahrnahm, mit einem kurzen 



Begleitschreiben mit Datum vom 1 1 . Januar 1 941 und dem Vermerk "Geheim" als Anlage Nr. 3 
an den deutschen Botschafter in Ankara weiterreichte (Eingangsstempel: "Deutsche Botschaft in 
der Türkei, 1 8. Jan. 1 941 "). Die Anlage hat folgenden Wortlaut: 

"Grundzüge des Vorschlages der Nationalen Militärischen Organisation in Palästina 
(Irgun Zwai Leumi) betreffend der Lösung der jüdischen Frage Europas und der aktiven 
Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutschlands. 

Es ist des Öfteren von den leitenden Staatsmännern des nationalsozialistischen Deutschlands in 
ihren Äußerungen und Reden hervorgehoben worden, daß eine Neuordnung Europas eine 
radikale Lösung der Judenfrage durch Evakuation voraussetzt ("Judenreines Europa"). 

Die Evakuierung der jüdischen Massen aus Europa ist eine Vorbedingung zur Lösung der 
jüdischen Frage, die aber nur einzig möglich und endgültig durch die Übersiedlung dieser 
Massen in die Heimat des jüdischen Volkes, nach Palästina, und durch die Errichtung des 
Judenstaates in seinen historischen Grenzen, sein kann." 

Nachdem auf diese Weise die gemeinsamen Grundauffassungen von Zionismus und 
Nationalsozialismus hervorgehoben worden waren, bot sich die N.M.O. als Bundesgenosse an. 
In dem Dokument heißt es weiter: 

"Das jüdische Problem auf diese Weise zu lösen und damit das jüdische Volk endgültig 
und für immer zu befreien, ist das Ziel der politischen Tätigkeit und des jahrelangen 
Kampfes der israelitischen Freiheitsbewegung, der Nationalen Militärischen Organisation 
in Palästina (Irgun Zwai Leumi). 

Die N.M.O., der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer 
Behörden zu der zionistischen Tätigkeit innerhalb Deutschlands und zu den zionistischen 
Emigrationsplänen gut bekannt ist, 

(Anm. man beachte die Beschwörung der nazistisch-zionistischen Kooperation in den 
Jahren 1933 bis 1939!, K.P.) 

ist der Ansicht, daß 

1 . eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer NeuordnungEuropas nach 
deutscher Konzeption und den wahrennationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, die von der 
N.M.O. verkörpert werden, bestehen könne, 



2. eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einemerneuerten, völkisch- 
nationalen Hebräertum möglich wäre und 

3. die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalitärer Grundlage, 
der in einem Vertragsverhältnis mit dem Deutschen Reiche stünde, im Interesse der Wahrung 
und Stärkung der zukünftigen deutschen Machtpositionen im Nahen Orient sei." 

Die N.M.O. bot also nicht mehr und nicht weniger an, als die Errichtung eines 
faschistischen Judenstaates in Palästina als Bundesgenosse des deutschen 
Faschismus. 

Ausgehend aus diesen Erwägungen tritt die N.M.O. in Palästina, unter der Bedingung einer 
Anerkennung der oben erwähnten nationalen Aspirationen der Israelitischen 
Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung, an dieselbe mit dem Angebote 
einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands heran. Nachdem die Irgun- 
Zionisten also nun auch vorschlugen, an der Seite der deutschen Nazis aktiv am Kampf 
gegen die Anti-Hitler-Koalition teilzunehmen, präzisierten sie in dem Dokument ihren 
Vorschlag noch weiter: 

"Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren Tätigkeit auf das militärische, politische und 
informative Gebiet, in und nach bestimmtenorganisatorischen Vorbereitungen auch 
außerhalb Palästinas, sich erstrecken könnte, wäre gebunden an die militärische 
Ausbildung und Organisierung der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und 
Führung der N.M.O., in militärische Einheiten und deren Teilnahme an 
Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas, falls eine entsprechende 
Front sich bilden sollte. 

Die indirekte Teilnahme der Israelitischen Freiheitsbewegung an der Neuordnung Europas, 
schon in ihrem vorbereitenden Stadium, im Zusammenhange mit einer positiv-radikalen Lösung 
des europäischen Judenproblems im Sinne der erwähnten nationalen Aspirationen des 
jüdischen Volkes, würde in den Augen der gesamten Menschheit die moralischen Grundlagen 
dieser Neuordnung ungemein stärken. 

Die Kooperation der Israelitischen Freiheitsbewegung wurde auch in der Linie einer der 
letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, daß er 
jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu 
schlagen..." [98] 



Dieses schreckliche Dokument bedarf keines weiteren Kommentars. Es sei nur ergänzt, 
daß der rüde Antisemitismus und das bereits angelaufene Vernichtungswerk an den 
europäischen Juden die Nazis davon abhielten, auf dieses Bündnisangebot einzugehen. 
Die Irgun aber verschrieb sich zwei Jahre später der Terrortätigkeit gegen britische 
Einrichtungen im Nahen Osten und schwächte damit aktiv den Kampf der Anti-Hitler-Allianz 
gegen den deutschen Faschismus, einen Kampf, der auch zur Rettung der europäischen 
Juden geführt wurde. 



Wann immer ein Zipfel jenes Vorhangs gelüftet wurde, hinter dem die Geschichte der 
zionistischen Kooperation mit den Nationalsozialisten verborgen ist, hatten die Zionisten 
eine Ausrede zur Hand: Man habe - so argumentieren die zionistischen Führer - sich nur 
deshalb mit den Nazis eingelassen, um das Leben jüdischer Bürger zu retten. Wenngleich 
die vorstehend dargelegten Tatsachen dieses Argument genügend widerlegen, so sollen 
dennoch zwei Fragen angeschnitten werden: 

Gab es wirklich keinen anderen Weg zur Rettung der europäischen Juden? War dies 
das wahre Motiv der Zionisten, als sie ihren Pakt mit dem Teufel schlössen? 

Es steht außer Frage, daß die einzige Möglichkeit, den Mord an Millionen Juden zu verhindern 
(und den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, der Millionen Russen und Polen, Jugoslawen, 
Holländern, Belgiern und Franzosen das Leben kostete!) darin bestanden hätte, die Nazi- 
Diktatur schon zu Beginn ihrer Herrschaft zu stürzen. Daran aber waren die zionistischen Führer 
nicht interessiert, ihnen ging es ausschließlich darum, die Zahl der jüdischen Bevölkerung in 
Palästina zu erhöhen. Da sie in anti-assimilatorischen und rassistischen Auffassungen befangen 
waren und sind, war für sie die Nazi-Diktatur kein Unglück, sondern lediglich eine Bestätigung 
ihrer Position. David Ben Gurion formulierte das später so: "Was jahrelange zionistische 
Propaganda nicht zustande brachte, hat die Katastrophe über Nacht bewirkt". [99] 

So taten denn die zionistischen Führer nicht nur nichts gegen den Faschismus, sie 
sabotierten überdies den antifaschistischen Kampf (so durch die Verhinderung 
eines ökonomischen Boykotts mittels des Ha'avara-Abkommens). Sie sabotierten 
überdies auch alle Versuche zur Rettung der deutschen Juden, sofern solche 
Versuche nicht die Ansiedlung der Juden in Palästina zum Ziel hatten. Das 
hervorstechendste Beispiel liefert die Konferenz von Evian. Da sich nach 1933 die 
Mehrzahl der kapitalistischen Länder weigerte, 



jüdische Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen, fand vom 6, bis 15. Juli 
1938in dem Schweizer Ort Evian auf Anregung des amerikanischen Präsidenten 
Roosevelt eine Weltflüchtlingskonferenz statt, an der 32 Länder teilnahmen. 
Diese Konferenz scheiterte schließlich an der Ablehnung der Teilnehmer, 
jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. 

Man hätte nun annehmen müssen, daß die zionistische Bewegung, die 
ebenfalls in Evian vertreten war, versucht hätte, Druck auf die Regierungen zur 
Aufhebung der Restriktionen auszuüben. Aber dies geschah nicht. Ganz im 
Gegenteil! Die zionistischen Führer legten zu Konferenzbeginn die Forderung 
auf den Tisch, man solle 1 .2 Millionen Juden in Palästina ansiedeln. An 
anderen Lösungen waren sie nicht interessiert, und Christopher Sykes 
bemerkte später dazu: "Von Anfang an betrachteten sie das ganz Unternehmen 
mit gleichgültiger Feindseligkeit ... Die Wahrheit ist, daß das, was in 
Evian angestrebt wurde, der Idee des Zionismus in keiner Weise entsprach." 
[100] 

Wenn also nur ein kleiner Teil der Juden Europas gerettet werden konnte, so 
nicht zuletzt auch wegen der ablehnenden Haltung der Zionisten. Man sollte 
der Gerechtigkeit halber nicht vergessen, daß diejenigen Juden, die die 
nazistische Schreckensherrschaft überlebten, ihre Rettung vor allem den 
Soldaten der Anti-Hitler-Allianz verdankten, insbesondere auch den Soldaten 
der Sowjetarmee, die unter unbeschreiblichen Opfern die Nazi-Diktatur 
zerschlugen. 

Die zionistischen Führer, die ihre historische Mitschuld zu verbergen 
suchen, bemühen sich, die Geschichte zu fälschen, indem sie heute 
behaupten, niemand habe in den Jahren des europäischen Faschismus den 
verfolgten Juden zur Seite gestanden, niemand außer den Zionisten. Robert 
Weltsch, der selbst im Jahre 1933 keine eindeutige Haltung gegen die Nazis 
bezogen hatte, stellte die These auf, niemand habe in Deutschland für die 
Verfolgten Partei genommen. [101] 



Das Studium historischer Dokumente aber zeiht Weltsch und die anderen 
Zionisten der Unwahrheit. Abgesehen von einer Vielzahl mutiger 
individueller Aktionen der Hilfe für die Verfolgten hat beispielsweise die 
Kommunistische Partei Deutschlands vom ersten Tage der Nazi-Diktatur an die 
antisemitischen Ausschreitungen als integralen Bestandteil des herrschenden 
Systems angeprangert. Während die zionistische Arbeiter-Organisation 
Haschomer Hazair in Deutschland noch 1932 erklärt hatte, "daß eine 
Beteiligung der chaluzischen Jugend [1 02] am Kampfe der deutschen 
Arbeiterklasse... nicht der Weg unserer politischen Betätigung" ist [1 03], 
während für den Haschomer Hazair "die Abgrenzung gegen die Kommunisten von 
besonderer Bedeutung" war [104], erklärte die Kommunistische Partei 
Deutschlands zum Nazi-Pogrom vom 9. November 1938: "Die deutsche 
Arbeiterklasse steht an erster Stelle im Kampf gegen die 
Judenverfolgungen... Die Befreiung Deutschlands von der Schande der 
Judenpogrome wird zusammenfallen mit der Stunde der Befreiung des deutschen 
Volkes von der braunen Tyrannei." [105] 



Die deutschen Kommunisten riefen zur Schaffung einer antifaschistischen 
Volksfront auf. Die Zionisten aber waren daran nicht interessiert. Auf dem 

XIX. Zionistenkongreß in Luzern erklärte Chaim Weizmann1935: "... die einzige würdige 
Antwort auf all das, was den Juden in Deutschland angetan wird, ist ein großer, schöner 
und gerechter Bau in Eretz Israel, ein starker Bau." [106] 

[1] Information Bulletin, Communist Party of Israel, 3-4/1969, p. 196. 

[2] Information Bulletin, Communist Party of Israel, 3-4/1969, p. 197. 
[3] In dem Buch "Das Leben der Juden in Deutschland im Jahre 1933" von Kurt-Jacob Ball- 
Kaduri (Frankfurt/Main 1963) werden u.a. folgende "nicht-veröffentlichte Quellen" genannt, die 
im Yad-Washem-Archiv in Jerusalem aufbewahrt werden: "Beiträge zur Geschichte des 
Ha'avara-Transfers" von Dr. Leo David (YWA 01/277); "Verhandlungen mit der Gestapo in 
Berlin über Auswanderungen 1936-1938" (YWA 01/130);"Leo Plaut und der Gestapochef Diels 
in Berlin in den Jahren 1933/34" (YWA 01/229). 

[4] Diese statistischen Angaben sind zusammengestellt nach Esra Bennathan, "Die 



demographische und wirtschaftliche Struktur der Juden" in "Entscheidungsjahr 1 932. Zur 
Judenfrage in der Weimarer Republik" (Tübingen 1966), Seiten 89 und 95. 

[5] Dr. Alfred Wiener, "Juden und Araberin Palästina" (Berlin 1929), S. 36. 

[6] Laut Wiener, op. cit. Seite 36. 

[7] Zitiert nach Kurt Loewenstein, "Die innerjüdische Reaktion auf die Krise der 
deutschen Demokratie" in "Entscheidungsjahr 1932", op. cit. (Anm.4), Seite 363. 

[8] Zitiert nach Dr. Alfred Wiener, "Kritische Reise durch Palästina" (Berlin 1927), 
Seite 8. 

[9] Werner E. Mosse, "Der Niedergang der deutschen Republik und die Juden" in 
"Entscheidungsjahr 1932",op. cit. (Anm. 4), Seite 38. 

[10] Gerhard Holdheim, "Der Zionismus in Deutschland" in SÜDDEUTSCHE MONATSHEFTE 
12/1930, Seite 855. 

[1 1 ] Alfred Rosenberg, "Die Spur des Juden im Wandel der Zeiten" (München 1 937), Seite 
153. 

[12] Hannah Arendt, "Eichmann in Jerusalem" (London 1963), p. 53. 

[13]CV-ZEITUNG IX, 11. Juli 1930. 

[14] Protokoll der Sitzung in Central Zionist Archives in Jerusalem; zitiert bei Kurt 
Loewenstein in "Entscheidungsjahr1932", op. cit. (Anm. 4), Seite 388. 

[15] Christopher Sykes, "Crossroads to Israel" (London 1965); deutscheAusgabe 
"Kreuzwege nach Israel" (München 1967), Seite 151. 

[16] Zitiert nach Hans Lamm, "Über die innere und äußere Entwicklung des deutschen 
Judentums im Dritten Reich", Inauguraldissertation, Philosophische Fakultät der Friedrich- 
Alexander-Universität Erlangen, 1951, Seite 161. 

[17] Hans Lamm, op. cit. (Zu Joachim Prinz siehe auch Seite 51 im Anhangdieses Heftes). 

[18] Hans Lamm, op. cit. Seite 156. 

[19] Zitiert nach "In zwei Welten. Siegfried Moses zum 75. Geburtstag" (Tel Aviv 1962), Seite 



118 ff. 

[20] "Äußerung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zur Stellung der Juden im 
neuen deutschen Staat", veröffentlicht in "Zwei Welten, Siegfried Moses zum 75. 
Geburtstag" (Tel Aviv 1 962), Seite 1 1 8 ff. 
[21] ebenda. 

[22] ebenda. 

[23] Siehe Joseph B. Schechtman, "Fighter and Prophet. TheVladimir- 
Jabotinsky-Story" (New York/London 1961), p.194. 

[24] Arnold Paucker, "Der jüdische Abwehrkampf gegen Antisemitismus 
undNationalsozialismus in den letzten Jahren der Weimarer Republik" (Hamburg 1968), 
Seite 32. 

[25] Arnold Paucker, op. cit. Seite 43. 

[26] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 147. 

[27] "Reichsgesetzblatt", Teil I, Nr.1 1 8/1 939, Seite 1 097 f. 

[28] Winfried Martini, "Hitler und die Juden", in CHRIST UND WELT (Stuttgart), 
16. Juni 1961. 

[29] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 91 . 

[30] JÜDISCHE RUNDSCHAU, 4. April 1933. 

[31] Siehe Werner Feilchenfeld, Dolf Michaelis, Ludwig Pinner, "Ha'avara-Transfer nach 
Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933 1939" (Tübingen 1973). 

[32] Nahum Goldmann, "Staatsmann ohne Staat" (Köln/Berlin 1970), Seite 197. 

[33] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm.3), Seite 155. 

[34] Dies jedenfalls erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Fragen der Außen- und 
Sicherheitspolitik der israelischen Knesset, Meir Argov, in einer Parlamentsdebatte über das 
Wiedergutmachungsabkommen zwischen Israel und der BRD (Laut Protokoll der Knesset vom 
30. Juni 1959). Im übrigen gab es die Vermutung, die Ermordung Arlosoroffs könne mit dessen 



Beteiligung an Verhandlungen in Nazi-Deutschland zusammenhängen. Chaim Arlosoroff wurde 
am 

16. Juni 1933 am Strand von Tel Aviv von "zwei unbekannten Personen" ermordet. Seine 
Frau identifizierte als Mörder einen gewissen Abraham Stavsky, der aktives Mitglied der 
von Vladimir Jabotinsky geleiteten Revisionistischen Partei (aus der die 
Terrororganisation "Irgun" und die heutige Partei von Menachem Begin hervorging) war. 
Die palästinensische Polizei verhaftete die des Mordes Verdächtigen. Stavsky wurde im 
Juni 1 934 zum Tode verurteilt, aber vorn palästinensischen Apellationsgericht wegen 
technischer Verfahrensmängel freigesprochen. 

Vladimir Jabotinsky hatte unmittelbar nach dem Mord gefordert, "die Mörder unter den 
Arabern zu suchen". Wenige Tage später aber - am 7. Juli 1933 - klagte David Ben Gurion 
interessanterweise Jabotinsky der Kollaboration mit den deutschen Faschisten an - um von 
der eigenen Kollaboration abzulenken? 

Siehe dazu Joseph B. Schechtman, op. cit. (Anm. 23), p. 185, 202, 203. Albert M. 
Hyamson ("Palestine under the Mandate", London 1950) bemerkte übrigens, Arlosoroff sei 
"wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Deutschland" ermordet worden. 

Zusatz des Herausgebers der KLARTEXTE: Daß Chaim Arlosoroff die Verhandlungen in 
Berlin geleitet hat, darf als gesichert gelten; daß er dieser Verhandlungen wegen von 
Anhängern der zionistisch-revisionistischen Partei Jabotinskys ermordet wurde, ist sehr 
wahrscheinlich. Arlosoroff war in den ersten Tagen des Monats Mai 1 933 in Berlin, ein 
zweites Mal im Juni 1933. Er kehrte am 14. Juni, zwei Tage vor seiner Ermordung, aus 
Berlin zurück. Am 9. Juni 1 933 erschien in CHASIT HA'AM, einer Zeitschrift der extremsten 
Richtung des Revisionismus in Palästina, ein Artikel unter der Überschrift: "Der Mapai- 
Diplomat (Arlosoroff) beabsichtigt, die Front gegen Hitler zu zerbrechen. Ein Vorschlag Dr. 
Arlosoroffs, den deutschen Export zu sichern. "(Jabotinsky agitierte fortan für den 
Wirtschaftsboykott Deutschlands - wohl aus dem einzigen Grund, weil sein verhaßter 
Gegenspieler Ben Gurion gegen den Boykott arbeitete. Noch bis kurz zuvor waren 
unzählige revisionistische Artikel erschienen, in denen Hitler und Nazideutschland zum 
Vorbild erhoben worden waren.) in dem Artikel in CHASIT HA'AM heißt es u.a.: "Zur selben 
Zeit, da sich das ganze jüdische Volk im Lande und in der Diaspora in einem 
Verteidigungskampf für seine Ehre und seine Existenz gegen Hitlerdeutschland befindet - 
Boykott auf deutsche Waren -, kommt der offizielle Vertreter der 'Jewish Agency' und 
schlägt nicht nur vor, den Boykott aufzuheben, sondern einen Markt für die deutschen 



Waren zusichern, damit nicht etwa, was Gott verhüten möge, die Finanzlage 
Hitlerdeutschlands erschüttert werde. Dieser Schritt von Seiten des Vertreters der 'Mapai' 
(der Arbeiterpartei Ben Gurions) in der 'Jewish Agency' ist ein Messerstich in den Rücken 
des Volkes und eine Hilfeleistung für die Hitlerregierung." 

Am 15. Juni 1933 erschien im gleichen Blatt ein weiterer, geradezu rabiater Artikel von I. 
Pogrebinsky mit dem Titel: "Bund Stalin - Ben Gurion -Hitler", in dem es heißt: "Wir lesen in dem 
Schmutzblatt von Lofban (gemeint ist das Organ der 'Jüdischen Arbeiter Partei' - 'Hapoel 
Hazair') ein Gespräch mit Mister Arlosoroff... in diesem Gespräch sagt dieser rote Jüngling unter 
anderem Blödsinn, der für ihn typisch ist, daß die Judenfrage in Deutschland nur durch ein 
Abkommen mit Hitler und seiner Regierung gelöst werden könne... Herr Dr. Arlosoroff hat 
freiwillig und ohne dazu gezwungen zu sein, angeboten, den Boykott aufzuheben und mit Hitler, 
nur um Geldgewinnes willen, zu einem Abkommen zu gelangen... Diejüdische Öffentlichkeit im 
Lande und im Ausland wird dem Dreibund 'Stalin Ben Gurion - Hitler' mit Verachtung und 
Abscheu begegnen und denen, die die Ehre des jüdischen Volkes vor den Augen der ganzen 
Kulturwelt an die besessensten aller Antisemiten um Geldes willen verkauft haben, nicht 
verzeihen. Das jüdische Volk hat stets Verkäufer der Ehre des jüdischen Volkes und seiner 
Lehre gebührend einzuschätzen gewußt und wird auch diesmal auf diese Schandtat, die 
öffentlich und vor den Augen der ganzen Welt geschieht, reagieren!" - 30 Stunden nach dem 
Erscheinen dieses Artikels wurde Chaim Arlosoroff ermordet. Der Ballistik-Experte F. W. Bird 
erklärte 40 Jahre später, er habe 1944, nach der Ermordung des Britischen Hochkommissars für 
den Nahen Osten, Lord Moyne, durch Mitglieder der revisionistischen Stern-Bande deren 
Mordwaffe untersucht und festgestellt, daß sie in sieben vorangegangenen Attentaten benutzt 
worden war: in zwei Fällen bei der Ermordung von Arabern, in vier Fällen bei der Ermordung von 
britischen Polizisten, sowie bei der Ermordung von Chaim Arlosoroff. ("Trace 1933 Murder 
Weapon to Stern Group Death Squad", JEWISH JOURNAL, 10. August 1973). 

Die Ermordung Arlosoroffs ist ein Schlüsselereignis in der jahrzehntelangen, haßgeladenen 
Auseinandersetzung zwischen der zionistischen Linken und der Rechten. Ben Gurion 
bezeichnete fortan Jabotinsky als "Vladimir Hitler", während die Anhänger Jabotinskys, und 
später Begins, ihre ohnmächtige Wut nur in versuchten Aufdeckungen politischer Schandtaten 
des übermächtigen Gegners kühlen konnten. Und so markiert das Ha'avara-Abkommen mit den 
Nazis nicht nur die Sternstunde des Aufschwungs des Zionismus, ihm entstammt auch, eines 
damit zusammenhängenden Mordes wegen, der Urkeim des lauernden israelischen 
Bürgerkrieges. 



[35] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 155. 
[36] ebenda. 

[37] Winfried Martini, "Hebräisch unter dem Hakenkreuz" in DIE WELT (Hamburg), 10. 
Januar 1975. 

[38] Immerhin wurde in einer Analyse über den deutschen Export, die EndeMai 1933 Hitler 
vorgelegt worden war, festgestellt: "Die Aussichten für den Absatz deutscher Waren im 
Ausland sind überaus schlecht. Die Lage ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich 
sehrunbefriedigend." Zitiert in Kurt Pätzold, "Faschismus, Rassenwahn, Judenverfolgung" 
(Berlin 1975), Seite 123. 

[39] Zitiert nach "Kennzeichen J" (Herausg. Helmut Eschwege, Berlin 1966), Seite 132. 

[40] Nach Angaben in dem bereits zitierten Buch "Kennzeichen J" betrug die jährliche 
Auswanderung von Juden aus Deutschland 1934: ca. 23 000; 1935: 20000; 1937: 23 000 und 
von Januar 1938 bis September 1939:157 000. Trotz der zionistischen Bemühungen ging aber 
nur ein Teil dieser Auswanderernach Palästina (1934: 37%; 1935:36% und 1937: 10.8%). 

Feilchenfeld et al. geben in dem bereits zitierten Buch an, es seien 50.000 jüdische Deutsche 
durch den Ha'avara-Transfer nach Palästina eingewandert. Eine andere Quelle nennt für den 
Zeitraum 1933 bis 1940 eine Gesamtzahl von 70.000 deutschen Emigranten nach Palästina 
(TAGESSPIEGEL, Berlin, 15. Februar 1974). Nach zionistischen Angaben stellten die 
Einwanderer aus Deutschland in dieser Periode etwa 25% der gesamten jüdischen 
Einwanderung nach Palästina. Eine Auswirkung des Häavara-Transfers auf die soziale 
Schichtung der Einwanderung läßt sich aus einer Tabelle ablesen, die die Einwanderer nach 
ihren Vermögensverhältnissen einordnete. Danach erhöhte sich der Anteil von Einwanderern mit 
einem Besitz von mehr als 1 .000 Palästinensischen Pfund von 1 0,3% aller Einwanderer im 
Jahre 1 933 auf 1 8,1 % im Jahre 1 936, wahrend die Zahl der einwandernden jüdischen Arbeiter 
im gleichen Zeitraum von 35.8% auf 17.2% sank. (Siehe Dr. T. Canaan, "Conflict in the Land of 
Peace", Jerusalem 1936, p. 41). 

[41] Kurt Pätzold, op. cit. (Anm. 38), Seite 190. 

[42] Kurt Pätzold, op. cit. Seite 277. 

[43] Siehe Feilchenfeld et al.,op. cit. (Anm. 31). - Etwa 60% des Kapitals, das im Zeitraum 



vom August 1933 bis September 1939 in Palästina investiert wurde, lief über das Abkommen 
mit den Nazis. (David Rosenthal, "Chaim Arlosoroff. 40 Years later", JEWISH FRONTIER, 
August 1974, p. 23). 

[44] Meyer W. Weisgal and Joel Carmichael (Editors), "Chaim Weizmann. A Biography by 
several Hands" (New York1963), p. 232. 

[45] Laut Ernst Marcus, "Das deutsche Auswärtige Amt und die Palästinafrage in den Jahren 
1933-1939", YWA 01/1 1 ; zitiert bei Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 174. 

[46] Bericht Döhles vom 22.3.1 937 - Der Chef der Auslandsorganisation imAuswärtigen 
Amt, Häavara, 1938, Serie 72, Judenstaat Palästina (Politisches Archiv des Auswärtigen 
Amtes in Bonn); zitiert in Heinz Tillmann, "Deutschlands Araberpolitik im Zweiten Weltkrieg" 
(Berlin 1965), Seite 63. 

[47] Heinz Tillmann, op. cit. Seite 63. 

[48] Heinz Tillmann, op. cit. Seite 65. 

[49] Aufzeichnung aus dem Büro des Chefs der Auslandsorganisation der NSDAP vom 5.6. 

1937; zitiert bei Tillmann, op. cit. Seite 67. 

[50] "Kennzeichen J", op. cit. (Anm. 39), Seite 133. 51 "Kennzeichen J", op. cit. Seite 133. 

[51] Jon und David Kimche, "Des Zornes und des Herzens wegen" (Berlin 1956), Seite 
26; (engl.: "The Secret Roads"). 

[52] Siehe Tillmann, op. cit. (Anm. 46), Seite 69. 53 Heinz Tillmann, op.cit. Seite 30. 

[53] Heinz Tillmann, op. cit; (Anm. 46), Seite 69. 

[54] Jon und David Kimche, "Des Zornes und des Herzens wegen" (Berlin 1956), Seite 
26; (engl.: "The Secret Roods"). 

[55] Kimche, op. cit. Seite 28. 

[56] Winfried Martini, "Hitler und die Juden" in CHRIST UND WELT (Stuttgart), 16, 
Juni 1961. 

[57] Die Auswanderung von Juden aus Deutschland wurde 1941 durch eineAnweisung des 
SS-Chefs Himmler untersagt; siehe Leon Poliakov und Joseph Wulff, "Das Dritte Reich und 



die Juden" (Berlin 1955), Seite 89. 

[58] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 118. 

[59] Kurt Blumenfeld, "Erlebte Judenfrage" (Stuttgart 1962). 

[60] Winfried Martini in CHRIST UND WELT, 1 6. Juni 1 961 . 

[61] Alwin Ramme, "Der Sicherheitsdienst der SS" (Berlin 1970), Seite 59. 

[62] Winfried Martini in CHRIST UND WELT, 1 6.Juni 1 961 . 

Zusatz des Herausgebers der KLARTEXTE: Kurt Tuchler, ein leitendes Mitglied der 
"Zionistischen Vereinigung für Deutschland", hatte dem NSDAP- und SS-Mitglied Baron Leopold 
Itz Edler von Mildenstein nahegelegt, für eine einflußreiche Nazi-Zeitung etwas Positives über 
das jüdische Palästina zu schreiben. Von Mildenstein stimmte unter der Bedingung zu, eine 
längere Palästinareise unternehmen zu können. Im Frühjahr 1933 brachen Mildenstein und 
Tuchler, zusammen mit ihren Ehefrauen, nach Palästina auf, wo sie über ein halbes Jahr 
zubrachten. Mildenstein kehrte als glühender Befürworter des Zionismus nach Berlin zurück. 
Wenn Kurt Tuchler den SS-Zionisten Mildenstein im "Judenreferat" aufsuchte, wo große 
Landkarten über das Vordringen des Zionismus im deutschen Judentum aushingen, konnte es 
passieren, daß ihn jüdische Folkloremusik aus Palästina begrüßte. Von Mildensteins 
Reisebericht, der einem heute wie ein Urbild allen diesbezüglich klischierten 
Reisegedankengutes des deutschen Nachkriegsjournalismus, von Heigert bis Springer, 
vorkommt, erschien als zwölfteilige Serie im Goebbels-Blatt DER ANGRIFF vom 26. September 
bis 9. Oktober 1934. Zur Erinnerung an die Reise ließ DER ANGRIFF eine Medaille prägen, die 
auf der einen Seite das Hakenkreuz und auf der anderen Seite den Davidstern trägt... "Eine 
Kombination von metaphysischer Absurdität" würde man sagen, hätte man den flachen 
Journalistenkopf eines Winfried Martini. (Jacob Boas, "A Nazi Travels to Palestine", HISTORY 
TODAY, London, January 1980, p. 31.; J. Boas, Ph.D. Thesis, Univ. of California, Riverside 
1977, p. 110). 

[63] Ungezeichneter Leitartikel "Für Juden ist kein Platz im Heer" in DAS SCHWARZE 
KORPS (Berlin), 1 5. Mal 1 935, Seite 1 . 

[64] Leopold von Mildensteins Buch, erschien 1941. 

[65] Prof. Dr. Franz-Alfred Six, geb. 1 2. 8.1 909, war seit 1 930 Mitglied der NSDAP. 1 9% trat 
er mit dem Rang eines SS-Hauptsturmführers als Leiter der Zentralabteilung Presse und 



Bibliothek in das SD-Hauptamt ein und übernahm dann die Leitung der Abteilung II (Inland) 
im SD-Hauptamt. Six wurde im April 1948 von einem amerikanischen Militärgericht wegen 
Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, im Januar 1951 wurde die Strafe auf 
1 Jahre herabgesetzt, und am 30.9.1 952 wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die 
Israelis, stets auf der Jagd nach Nazi-Kriegsverbrechern, haben sich wohl nicht zufällig 
nicht für den Fall Six interessiert. Wurde er geschont, weil er zuviel über die 
Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis wußte? 

[66] Dieses Dokument befindet sich im Archiv der American Commission for the Study of War 
Documents in Alexandria/USA. Die dortigen Dokumente wurden als Mikrofilm, auch anderen 
Archiven zugänglich gemacht (genaue Bezeichnung: Records of the Reich Leader of the SS and 
Chief of German Police, Washington 1958); die hier und im folgenden zitierten Dokumente 
befinden sich auf RFSS-Filmrolle 41 1 . Alwin Ramme schreibt in seinem Buch "Der 
Sicherheitsdienst der SS" auf Seite 21 dazu: "Die Auswertung dieser Filme wird jedoch infolge 
ihrer teilweise schlechten Qualität erschwert, wobei vom Hersteller (Nationalarchiv Washington) 
- wohl nicht zufällig -besonders aussagekräftige Dokumente häufig unleserlich aufgenommen 
wurden." 

Nach dem Erscheinen des vorliegenden Beitrages im JOURNAL OF PALESTINE STUDIES 
wurden die betreffenden Aktenbestände der Bundesrepublik übergeben. Sie befinden sich heute 
im Bundesarchiv in Koblenz. 

[67] Nach neueren Informationen lebt Feivel Polkes heute in Haifa. Tuvia Friedmann, Autor des 
Buches "ich jagte Eichmann" und Leiter des Instituts für Dokumentation in Haifa, äußerte in 
einem Brief vom 25. Januar 1970, in Israel kenne man die Dokumente über Polkes 'Besuch in 
Berlin bereits seit 1947; er habe mit Polkes über diese Vorgänge gesprochen und Polkes habe 
erklärt, alles "beruhe auf Mißverständnissen". Friedmann schrieb weiter, es sei nicht möglich, 
diesen Komplex weiter zu untersuchen, da als Unterlagen nur Kopien, aber keine 
Originaldokumente vorlägen. 

[68] RFSS-Filmrolle 411. 

[69] Zitiert nach Heinz Höhne, "Der Orden unter dem Totenkopf" (Gütersloh 1 967), Seite 
309. 

[70] Aufzeichnung Hagens, RFSS-Filmrolle 41 1 , Seite 4. 

[71] Heinz Höhne, op. cit. Seite 310. 



[72] Aufzeichnung Six in RFSS-Filmrolle 41 1 . 

[73] Ebenda. 

[74] Simon Wiesenthal, "Großmufti -Großagent der Achse" (Salzburg/Wien 1947), Seite 
12. 

[75] Leon Poliakov, "Breviaire de la Haine" (Paris 1951). 
[76] Gerald Reitlinger, "The FinalSolution" (London 1953). 

[77] Quentin Reynolds, "Minister of Death" (New York 1960), p. 77-78. 

[78] Corner Clarke, "Eichmann. The Man and his Crimes" (New York 1960), p.35-37. 

[79] So legte die Anklagevertretung im Eichmann-Prozeß ein Dokument vor, das angeblich 
von Hadj Amin al-Husseini verfaßt worden sein sollte, und in dem Eichmann als "ein Juwel für 
dieAraber" bezeichnet wurde. Dieses "Beweisstück" war so primitiv gefälscht, daß selbst die 
FRANKFURTER ALLGEMEINE am 28. Juni 1961 feststellte: "Der Wert des betreffenden 
Dokuments ist allerdings fragwürdig." 

Hannah Arendt schreibt in ihrem Buch "Eichmann in Jerusalem" (München 1961), Ben Gurion 
habe als eines der Motive für den Prozeß geltend gemacht, daß es auf diese Weise gelingen 
werde, "andere Nazis aus ihren Verstecken zu holen und z.B. die Beziehung der Nazis zu 
einigen arabischen Herrschern bloßzustellen" (Seite 34). Hannah Arendt kommt zu der 
Schlußfolgerung, der Prozeß habe vielmehr enthüllt, daß alle Gerüchte über Eichmanns 
Verbindung zu Hadj Amin al-Husseini der Grundlage entbehrten (Seite 37). 

[80] NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (Zürich), 12. Juli 1961. 

[81] RFSS-Filmrolle 411. 

[82] Wie Gerald Reitlinger behauptet (siehe "Die Endlösung", Berlin 1956,Seite 29). 

[83] Eine königliche Kommission unter Lord Peel untersuchte 1937, nach demAusbruch des 
arabischen Aufstandes, die Lage in Palästina und diskutierte einen ersten Plan zur Teilung 
Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. 

[84] Heinz Höhne, op. cit. (Anm. 69), Seite319. 

[85] Jon und David Kimche, op. cit. (Anm. 54), Seite 13. 



[86] Ebenda, Seite 14. 

[87] Der israelische Historiker David Yisraeli schreibt: "Mr. P. Ginzburg vom Kibbutz Ramat ha- 
Kovesh, einstiger Emissär von Histadrut, Hakibbutz Hameuchad und 'Mossad le-Alijah' hat mir 
gesagt, daß ihm bis 1939 die Gestapo half, die Alijah B (jüdische Einwanderung ohne 
Zertifikate der Mandatsbehörden) aus Deutschland zu organisieren, (Dies war offiziell als 
Sonderhachschara oder 'Spezialtraining' bekannt). So sollten am 15. September 1939 drei 
Schiffe mit 5000 Juden den Hafen Emden mit Hilfe der Gestapo verlassen, aber dies unterblieb 
wegen des Kriegsausbruchs. Es sollte vermerkt werden, daß die offiziellen zionistischen 
Institutionen gegenüber der Alijah B eine laue, wenn nicht feindselige Haltung einnahmen. Mr. 
Ginzburg sagte mir, daß er wahrend seiner Aktivitäten für die Alijah B seitens offizieller 
zionistischer Vertreter auf eine reservierte Haltung traf. "(David Yisraeli "The Third Reich and 
Palestine" in MIDDLE EASTERN STUDIES, Vol. 7, No, 3, Oct. 1 971 , p, 341 ). Letztere 
Bemerkungen sind sicherlich eine nachträgliche Schönfärbung: "offiziellere" zionistische 
Institutionen als diejenigen, die Ginzburg entsandten, gibt es kaum. 

[88] Jon und David Kimche, op. cit. (Anm. 54), Seite 16; auch diesesTreffen spielte 
übrigens beim Eichmann-Prozeß keine Rolle. 

[89] Ebenda, Seite 17. 
[90] Ebenda, Seite 14. 

[91] Hannah Arendt, "Eichmann in Jerusalem- Ein Bericht von der Banalitätdes Bösen" 
(München 1964), Seite 91. 

[92] Elis Lubrany, "Hitler in Jerusalem" in DIE WELTBÜHNE (Berlin), 31 . Mai 1 932, Seite 
835 f. 

[93] Der italienische Diktator Mussolini hatte die Revisionisten zeitweise unterstützt und 
ihnen gestattet, in Italien eine Schule zur Ausbildung von Marinesoldaten einzurichten. 
1932 hatte Jabotinsky den Vorschlag gemacht, das Mandat über Palästina solle Italien 
übertragen werden, Mussolini werde eher als Großbritannien bereit sein, einen 
Judenstaat zu fördern. 

[94] Joseph B. Schechtmann, op. cit. (Anm. 23), p. 215. Der Artikel in DAVAR 
erschien unter dem symbolträchtigen Titel "J'accuse!" 

[95] Ebenda, p. 214. 



[96] Ebenda, p. 216. 

[97] Ebenda, p. 217. 

[98] Der vollständige deutsche Originalwortlaut des Dokuments ist abgedruckt in: David 
Yisraeli, "Das Deutsche 'Reich' und Eretz Israel. Das Problem von Eretz Israel in der 
deutschen Politik in den Jahren 1 889-1 945", Bar Man Universität (Ramat Gan 1 9Th), 
Anhang 1 1 ; vergl. die Reproduktion in diesem Heft auf Seite 54. 

In Israel ist die Veröffentlichung dieses Dokuments in der Arbeit von David Yisraeli und im 
vorliegenden Beitrag im JOURNAL OF PALESTINE STUDIES (1976) zunächst auf 
Stillschweigen gestoßen. Schließlich kam der Vorsitzende der israelischen Liga für Menschen- 
und Bürgerrechte, Prof. Israel Shahak, in einem Artikel für die Zeitung ZUHADERECH (vom 2. 
September 1981) darauf zurück und verwies darauf, daß das hier geschilderte 
Kooperationsangebot auch in hebräischen Massenmedien - allerdings nur kurz - erwähnt 
worden sei. So war es in DAVAR (vom 22. Juni 1 979) beiläufig angeführt worden. Der 
verspätete Hinweis auf dieses Dokument in oppositionellen Medien in Israel ergab sich aus der 
früheren Zugehörigkeit des israelischen Außenministers Jitzhak Schamir zu der zionistischen 
Organisation LEHI (Lohamei Herut Israel, Kämpfer für die Freiheit Israels). Prof. Shahak wies 
darauf hin, daß das N.M.O. -Memorandum von der LEHI stammte. LEHI war eine Abspaltung 
von der nach 1942 von Menachem Begin geleiteten Irgun Zwai Leumi. Unter Führung von 
Abraham ("Jair", d.h."Lichtbringer") Stern hatten sich die LEHI-Leute zu Beginn des zweiten 
Weltkrieges von der Irgun getrennt. LEHI -auch unter dem Namen"Stern-Gang" bekannt - 
benutzte jedoch auch weiterhin die hebräische Abkürzung der Irgun (IZEL) und entsprechend 
die übersetzte Abkürzung N.M.O. Prof. Shahak schreibt in seinem Artikel, LEHI sei bei 
Abwesenheit Sterns (sowie nach dessen Tod) von einem Triumvirat geleitet worden, nämlich 
von Jitzhak Schamir (als Verantwortlicher für Organisation und terroristische Aktionen), Nathan 
Yellin-Mor und Dr. Israel Scheib (Eldad). 

Angesichts der Verstrickung des gegenwärtigen israelischen Außenministers Schamir in 
die versuchte Kooperation mit den Nazis, provozierte seine Beschuldigung, drei israelische 
Persönlichkeiten hatten durch ein Treffen mit dem PLO-Vorsitzenden Arafat "Landesverrat" 
begangen, erneut israelische Veröffentlichungen über das hier zitierte Dokument von 1 941 . 
HA'ARETZ veröffentlichte (am 31 . Januar 1983) erstmals die wesentlichen Passagen im 
Wortlaut in Hebräisch, dazu auch den Begleitbrief des damaligen deutschen Botschafters 
in Ankara, Franz von Papen, an das Reichsaußenministerium in Berlin (datiert vom 21 . 



Januar 1941). 

Aus einem weiteren Artikel in HA'ARETZ (vom 3. Februar 1983) geht hervor, daß Stern Ende 
1 940 einen Vertrauten, Naftali Lubenczik, zu einem Treffen mit dem zeitweiligen Leiter des 
Referats Pol. VII (Türkei, Nahost, Indien) im NS-Außenministerium, von Hentig, entsandt hatte, 
der sich auf einer Informationsreise in Beirut aufhielt. HA'ARETZ zitierte aus dem Protokoll der 
Unterredung einige Stellen, die sich fast wörtlich mit den Formulierungen im Ankara-Dokument 
decken. HA'ARETZ berichtete sodann, was der LEHI-Emissär Lubenczik später in einem 
britischen Militärgefängnis seinem Mithäftling Mosche Svorai über die Reaktion von Hentigs in 
Beirut mitgeteilt hatte: Es sei äußerst zweifelhaft, ob die deutsche Regierung mit einer jüdischen 
Gruppe zusammenarbeiten würde. 

Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung sei ein Mitglied des LEHI-Triumvirats, Nathan Yellin- 
Mor, via Syrien und Türkei zu einer Mission in den von den Deutschen besetzten Balkan 
entsandt worden. Laut HA'ARETZ sei sein Auftrag die Stimulierung illegaler jüdischer 
Auswanderung nach Palästina gewesen. Diese hätte laut LEHI-Argumentation auch in 
deutschem Interesse gelegen, schon deshalb, weil auf diese Weise starke Kräfte der britischen 
Marine durch die Notwendigkeit der Aufbringung illegaler Flüchtlingsschiffe von einem effektiven 
Kriegseinsatz abgehalten wurden. Yellin-Mor wurde jedoch unterwegs verhaftet, an die 
Engländer ausgeliefert und in Palästina ins Gefängnis gesteckt. 

Die LEHI-Mitglieder (die übrigens nach der Gründung des Staates Israel den Weg zurück zu 
der aus der Irgun hervorgegangenen Herut-Partei Menachem Begins fanden, und jetzt - wie 
Außenminister Schamir - zum Establishment des regierenden Likud-Blocks gehören) 
rechtfertigen heute die Kontakte zu Nazi-Deutschtand damit, daß das Ausmaß der 
Judenvernichtung erst Ende 1942 bekanntgeworden sei. Nach diesem Zeitpunkt habe man 
keine Angebote mehr gemacht. Ausschlaggebend für das Ende der Kontakte durfte jedoch 
eher sein, daß die Nazis kein Interesse an den LEHI-Offerten zeigten, und daß zum anderen 
die LEHI-Aktivitäten mit der Erschießung Abraham Sterns durch die britische Polizei (Anfang 
1942) vorläufig zum Erliegen kamen, während die Irgun vorübergehend mit den Engländern 
kooperierte. 

[99] David Ben Gurion, "Rebirth and Destiny of Israel" (New York 1954), p.41. 

[100] Christopher Sykes, "Crossroads to lsrael"(London 1965). 
[101] Siehe Kurt Pätzold, op. cit. (Anm. 38), Seite 77. 



[102] "Chaluzisch" steht hier für zionistisch-auswanderungswillig. 

[103] JÜDISCHE RUNDSCHAU, 30. August 1932. 

[104] Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 396. 

[105] Zitiert nach "Kennzeichen J", op. cit. (Anm. 39), Seite 105. 

[106] Chaim Weizmann, "Reden und Aufsätze", (Berlin 1937), Seite 259.